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Millionen-Urteil gegen PokerStars, Spiele-Plattform will aber nicht zahlen

Ein Österreicher hat 1,6 Mio. Euro online auf PokerStars verspielt – der Oberste Gerichtshof verurteilte den Anbieter nun zur Rückzahlung. Die Spiele-Plattform weigert sich aber, zu zahlen.

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Wien – Mehr als 1,6 Mio. Euro hat ein österreichischer Spielsüchtiger über mehrere Jahre verspielt. Der Mann war die Online-Pokerseite www.pokerstars.eu geraten. Betrieben wird diese von der TSG Interactive Gaming Europe Ltd., mit Sitz in Malta – mit einer Glücksspiellizenz dieses Staates. Das heißt aber auch: In Österreich ist dieses Angebot illegal. Der Oberste Gerichtshof (OGH) hat PokerStars deshalb zu einer Rückzahlung von mehr als 1,6 Mio. Euro verurteilt. Einzig: Die TSG Interactive Gaming Europe Ltd. verweigert das. Dabei haben alle drei Instanzen die Rückforderbarkeit bestätigt und „PokerStars“ dazu verurteilt, die erlittenen Verluste zurückzuerstatten – was der Glückspielanbieter nicht macht.

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„Für uns ist das auch mehr als verwunderlich“, sagt Oliver Peschel, Rechtsanwalt des Geschädigten. Zwar sei der Fall „außergewöhnlich, da der Verlustbetrag sehr hoch war. Rechtlich gesehen folgte der OGH jedoch der ständigen Judikatur, wonach Spielverluste von Online-Casinos ohne österreichische Lizenz rückforderbar sind. Das gilt laut Rechtsprechung auch für Online-Poker“, erklärt Peschel. Zumal PokerStars ein Big Player in der Formel 1 ist: offizieller Sportwettensponsor, exklusiver Partner von Red Bull Racing, Sponsor von Formel-1-Weltmeister Max Verstappen.

Aber: Der Anbieter verstecke sich in Malta, „wo die Justiz langsam, die Glücksspielbranche mächtig ist“, erklärt Peschel. Vermögen in Österreich, das man pfänden könne, gebe es nicht. Nun versuche er, das Geld über die Konten der Zahlungsdienstleister zu bekommen. Doch das sei „Wahnsinn in Anbetracht dessen, dass es sich dabei um ein europäisches Unternehmen mit Sitz in einem EU-Land handelt, von dem man erwartet, dass es österreichische Gerichtsurteile akzeptiert“. Peschel vertrete alleine rund 100 Fälle gegen PokerStars, österreichweit dürften es „Tausende“ sein, sagt er. Zudem gebe es bereits mehrere Urteile gegen PokerStars, in denen Spielern bei der Rückforderung ihrer Spielverluste Recht gegeben wurde. Erfunden habe die maltesische Online-Plattform die Strategie aber wohl nicht, auch Anbieter wie „Mr. Green oder William Hill gehen so vor“, sagt Peschel.

Unterstützt wird dieser Spieler vom Prozessfinanzierer TOM ORROW. Auch dort heißt es, die Vorgehensweise sei „nicht mit den Werten der EU und oder eines Rechtstaats zu vereinbaren“. (ah, APA)

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