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„Der Sommer mit Anaïs": Fast ohne Worte

Charline Bourgeois-Tacquet erzählt in „Der Sommer mit Anaïs“ zärtlich von einer Annäherung zweier Frauen.

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Eine Romanze in der Bretagne: Émilie (Valeria Bruni Tedeschi) und Anaïs (Anaïs Demoustier) bei einem sommerlichen Streifzug.
© Filmladen

Innsbruck – Anaïs ist das Chaos in Person. „Der Sommer mit Anaïs“, der im französischen Original von „Les Amours d’Anaïs“ erzählt, ist also ordentlich turbulent, nicht nur was die Liebe betrifft. Die großartige Hauptdarstellerin Anaïs Demoustier verkörpert ihre impulsive Figur gleichen Namens mit dermaßen viel wilder positiver Energie, dass einem schwindlig wird. Stress mit Wohnung, Geld, Job und ihrem baldigen Ex-Freund samt ungewollter Schwangerschaft bringen sie nur aus der Ruhe, die sie eh nicht hat, aber nicht aus der Fassung.

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🎬​ Trailer | Der Sommer mit Anaïs

Wirklich Eindruck macht auf die Literatur-Dissertantin (Spezialgebiet: Liebesliteratur des 17. Jahrhunderts) aber die Mitte-50-jährige Schriftstellerin Émilie (Valeria Bruni Tedeschi). Sie ist so anders und ihr dennoch seelenverwandt. Bei einem Schriftsteller-Kolloquium in der Bretagne kommt sie ihr näher. Und die mit dem Kurzzeit-Liebhaber von Anaïs verheiratete Angebetete lässt es mit sich geschehen in diesem französischen Sommer.

Regisseurin Charline Bourgeois-Tacquet inszeniert die emotionale Annäherung ihrer beiden Frauenfiguren schwungvoll leicht und dennoch auch wahrhaftig melancholisch. Anaïs ist gewissermaßen die französische Cousine der Protagonistin Julie in „Der schlimmste Mensch der Welt“, der ebenfalls 2021 beim Cannes-Filmfestival präsentiert wurde.

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Auch wenn hier die Liebe über die Literatur und die Worte beginnt, erzählt der Film viel über Gesten. Einige Szenen entwickeln wunderbare Kraft, etwa wenn Anaïs und Émilie zu Kim Carnes’ „Bette Davis Eyes“ tanzen.

Mit viel Sinnlichkeit in Wort und Bild gelingt der Regisseurin zusammen mit Darstellerin Anaïs Demoustier eine sehr französische, herrlich lebenshungrige Sommer-Romanze. (maw)


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