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Schwarzstörche im Alpenzoo machten den Abflug, Männchen gesucht

Der Innsbrucker Alpenzoo hat zurzeit mit jugendlichen Ausreißern zu kämpfen. Während das Schwarzstorch-Weibchen nach zweitägigem Ausflug wieder im Zoo ist, sucht man noch nach dem Männchen.

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Die Störche im Alpenzoo. Meldungen über den Verbleib des Männchens sind erbeten.
© Alpenzoo

Von Alexandra Plank

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Innsbruck – Die gute Nachricht: „Jenes Schwarzstorch-Weibchen, das am Sonntag vom Teich des Alpenzoos abgeflogen ist und nach dem über Zeitungen, Radio und soziale Medien gesucht wurde, ist wieder heil bei uns gelandet.“ Das berichtet Dirk Ullrich, Kurator des Alpenzoos. Allerdings hat sich nun ein junges Schwarzstorch-Männchen auf den Weg in die Freiheit gemacht, von dem es noch keine Sichtungen gibt. Der Alpenzoo bittet daher die Innsbrucker, sich zu melden, falls ihnen ein am linken Bein beringter Storch auffällt.

Ullrich räumt mit einer weitverbreiteten Irrmeinung auf, die besagt, den großen Vögeln, die im Offenbereich des Alpenzoos leben, würden die Flügel gestutzt. „Das ist aus Tierschutzgründen verboten, wir können lediglich die Federn stutzen“, erklärt der Biologe. Zuletzt beschäftigte Ausreißer Karli, ein Schwarzstorch, 2019 die Zoo-Mannschaft: Erst wurde eine Sichtung beim Schloss Büchsenhausen gemeldet, letztlich konnten ihn die Betreuer am Inn einfangen.

Die Pflegerinnen und Pfleger seien täglich bei den Tieren, sagt der Kurator. Im Frühjahr und im Herbst trete bei den Vögeln eine Zugunruhe auf: „Die Betreuer haben die Störche in dieser Zeit besonders im Auge.“ Werden die Federn gestutzt, herrsche ein paar Wochen Ruhe. Doch wie bei den Menschen macht auch der Familie Storch der übermütige Nachwuchs zu schaffen. Mehrmals sind die jungen Störche schon ausgebüxt, sie kreisten über dem Ententeich, entschieden sich dann aber, ins Hotel Mama, sprich den Alpenzoo, zurückzukehren, wo sie gefüttert werden. „Das Weibchen hat selbstständig zurückgefunden, da es mehrmals über dem Ententeich gekreist ist. Sie hat sich das offenbar eingeprägt“, schildert Ullrich. Am Sonntag brach es zum Ausflug auf, am Dienstag kehrte es zurück und landete auf der höchsten Voliere des Zoos. „Natürlich konnten wir niemanden in 14 Meter Höhe hinaufklettern lassen, um das Weibchen herunterzuholen, aber sie ist nach einiger Zeit am Ententeich gelandet.“

Ullrich wünscht sich, dass ihren Bruder auch der Hunger heimtreibt: „Da der Nachwuchs auf Fütterung angewiesen ist, wäre es wichtig, wenn er bald zurückkehrt.“ Und er wünscht sich, dass das Jungtier sich nicht in Richtung Flughafen verirrt.

Doch auch in der Tierwelt gibt es offenbar ältere Semester, die es noch einmal wissen wollen. So machte sich ein Altstorch vor Jahren vom Acker und landete just vor dem ORF-Landesstudio. Ein geistesgegenwärtiger Mitarbeiter scheuchte ihn in die Schleuse, wo er bis zu seiner Abholung eingesperrt blieb. Auch kleinere Vögel suchen die Freiheit: „Wir haben mehrere Volieren, die begehbar sind, wie etwa die Auwaldvoliere oder die Waldrappvoliere. Sitzen da Kleinvögel in der Schleuse, kann ihnen der Abflug bei lange geöffneter Tür gelingen“, so Ullrich. Die Chance einer Rückkehr ist bei den Schwarzstörchen hoch. Ganz anders verhält es sich bei Luchsen und Wildkatzen. Es ist nun 20 Jahre her, dass einem Luchs-Weibchen der Ausbruch gelang. Seine Spur verlief sich. Der zusätzliche Außenzaun war damals an einer Stelle auf der Nordseite aufgebogen worden.

Für große Säugetiere gibt es einen Notfallplan, der die Besucher über Lautsprecher informiert, wenn ein Tier ausbricht. Wirklich lebensgefährlich seien nur Bär, Elch und Wisent. „Sollten sie freikommen, werden die Besucher aufgefordert, zum Ausgang zu gehen, und die Polizei wird alarmiert.“

Die lustigste Sichtungsmeldung von außerhalb lautete übrigens so: „Bitte kommen Sie, ich sitze auf einem Fischotter.“ Tatsächlich hatte der Anrufer beim Zoo über das entflohene Tier einen Kübel gestülpt und sich daraufgesetzt, damit dieses nicht mehr entkommen konnte.


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