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Viele Unternehmen kommen mit der Digitalisierung nicht voran

Über die Hälfte der heimischen Führungskräfte betrachten die IT-Infrastruktur ihres Unternehmens als zu komplex.

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Die Mehrheit der Unternehmen in Österreich ist in unzeitgemäßen IT-Systemen und unflexiblen Prozessen verfangen.
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Wien – Unternehmen sprechen seit Jahren von der Notwendigkeit, eine digitale Transformation zu vollziehen. Trotz hoher Investitionen in dieses Vorhaben ist heute aber oftmals Ernüchterung eingetreten, zeigt eine neue Studie des Wirtschaftsberaters Roland Berger. Dieses „digitale Dilemma“, in dem sich Unternehmen befinden, entstehe meist nicht durch technische Grenzen, sondern aufgrund von organisatorischen und strategischen Versäumnissen.

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„Oftmals schaffen es selbst wichtige digitale Initiativen nicht über den Status von Pilotprojekten hinaus“, sagt Jochen Ditsche, Partner bei Roland Berger. Nicht selten würden einflussreiche Fürsprecher fehlen, die den Nutzen und die Chancen der Projekte aufzeigen könnten. „Deshalb scheitern diese Vorhaben an mangelnden Ressourcen“, so Ditsche. 68 % der befragten Unternehmen gaben an, dass das digitale Dilemma auf sie zutrifft; sie würden mit der digitalen Transformation nicht gut vorankommen. Die Hauptgründe sind fehlendes technologisches Know-how (62 %) und eine unzureichende Verwaltung des digitalen Portfolios (46 %). Rund % der Befragten beschreiben die IT-Systeme ihres Unternehmens als komplex, drei Viertel davon halten sie sogar für nicht mehr überschaubar. Nur sechs Prozent gaben an, ihre Systeme seien schlank und gut handhabbar.

Ein weiterer Faktor – und oft eine Hürde – für den digitalen Wandel sei die Belegschaft. Laut 69 % der Befragten seien ihre Teams nicht in der Lage, abteilungsübergreifend zusammenzuarbeiten, sei es mangels der richtigen Fähigkeiten oder aufgrund der Firmenkultur. Zudem gaben 70 % an, dass ihnen mindestens drei technologische Expertisen im Unternehmen fehlen. Fachleute, die von den Führungskräften am stärksten gesucht werden, sind: Enterprise Architects (77 %), Data Scientists (60 %) und Backend Developer (57 %). Gleichzeitig sind solche Experten auf dem Arbeitsmarkt kaum verfügbar.

„Unternehmen müssen sich auf den fortwährenden digitalen Wandel einlassen, um weiterhin im Wettbewerb bestehen zu können. Dafür gibt es entscheidende Faktoren, die Verantwortliche berücksichtigen sollten, so Ditsche: eine umfassende Analyse der digitalen Fähigkeiten im Unternehmen, eine Langzeitstrategie mit klarer Zielrichtung, ständige Verbesserungsprozesse und eine funktionsübergreifende Taskforce der wichtigsten Führungskräfte. Besonders wichtig ist das Bewusstsein, dass die digitale Transformation zuerst ein Umdenken der Belegschaft erfordert und dafür geworben werden muss.“ (TT)


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