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Rekordfläche von 660.000 Hektar Land heuer in Europa verbrannt

Am schlimmsten traf es bislang Spanien mit 225.000 Hektar verbrannter Fläche. Aber nicht nur die Mittelmeerländer waren heuer betroffen, auch andere Regionen litten enorm.

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Spanien ist in diesem Jahr am schlimmsten betroffen.
© MIGUEL RIOPA

Paris – Durch die verschiedenen Großfeuer in Europa sind heuer bereits rund 660.000 Hektar Land verbrannt – ein Rekordwert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2006. Dies geht aus Daten des Europäischen Waldbrand-Informationssystems (EFFIS) hervor. Ihnen zufolge waren heuer nicht nur wie sonst hauptsächlich die Mittelmeerländer betroffen; auch andere Regionen litten enorm. So erlebte Slowenien seinen schlimmsten Waldbrand seit Generationen.

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"2022 ist bisher ein Rekordjahr", sagte EFFIS-Koordinator Jesus San-Miguel. "Trockenheit und extrem hohe Temperaturen haben ganz Europa erfasst." Dies treibe die Waldbrandgefahr enorm in die Höhe. "Die Situation ist beunruhigend – und wir sind gerade erst in der Mitte der Brandsaison." Am schlimmsten betroffen ist in diesem Jahr bisher Spanien mit 249.000 Hektar verbrannter Fläche. Es folgen Rumänien mit 151.000 und Portugal mit mehr als 75.000 Hektar.

Indes haben nach einem erneuten Aufflammen eines Waldbrandes in Südfrankreich erneut tausend Menschen ihre Häuser verlassen müssen. Wie die örtlichen Behörden im Département Aveyron am Sonntag mitteilten, schien der Brand in der Nähe des Dorfes Mostuéjouls auf dem Weg zum Erlöschen, bevor er am Samstagnachmittag "heftig" wieder aufflammte. Demnach verbrannten seither zusätzliche 500 Hektar Land. Insgesamt waren es am Sonntagvormittag schon mehr als 1200 Hektar, die den Flammen zum Opfer fielen.

Bei den Waldbränden in der französischen Region Bordeaux sind seit Samstag auch Dutzende Feuerwehrmitglieder aus Niederösterreich im Hilfseinsatz.
© THIBAUD MORITZ

Das Feuer war am vergangenen Montag ausgebrochen, vorsichtshalber wurden 3000 Menschen evakuiert. Sie waren in ihre Häuser zurückgekehrt, nachdem das Feuer unter Kontrolle schien. Im Osten Frankreichs kündigte die Polizei am Wochenende an, den Zugang zu den meisten Wäldern im Département Bas-Rhin an der Grenze zu Deutschland zu sperren. So solle das Risiko neuer Brände vermindert werden.

Im Südwesten Frankreichs sorgte Regen in der Nacht auf Sonntag für eine kurze Entspannung bei einem Feuer, das seit Dienstag 7400 Hektar verwüstete. Die Situation bei dem Brand im Département Gironde habe sich aufgrund der Niederschläge "über Nacht erheblich verbessert", sagte Arnaud Mendousse von der örtlichen Feuerwehr. Zugleich schränkte er ein: "Das verschafft eine Atempause, bedeutet aber nicht das Ende des Kampfes."

Bei den Waldbränden um in der Region Bordeaux sind seit Samstag auch Dutzende Feuerwehrmitglieder aus Niederösterreich im Hilfseinsatz. Sie haben das Feuer an der Atlantikküste mittlerweile in den Griff bekommen. Wie ein Sprecher der örtlichen Präfektur am Sonntagnachmittag mitteilte, hat die regnerische und windarme Nacht geholfen. Die 8000 Anrainerinnen und Anrainer, die vorübergehend ihre Häuser verlassen mussten, könnten wieder zurück. Das Feuer entstand möglicherweise durch Brandstiftung.

Waldbrand in Spanien: 1500 Menschen evakuiert

Etwa 1500 Bewohner mehrerer Ortschaften im Nordosten Spaniens haben ihre Häuser wegen eines außer Kontrolle geratenen Waldbrandes teils fluchtartig verlassen müssen. Die Flammen in der Region um den Ort Añón de Moncayo etwa 70 Kilometer westlich der Großstadt Saragossa würden von starken Windböen immer wieder angefacht, sagte ein Feuerwehrmann im staatlichen spanischen Fernsehsender RTVE am Sonntag. Zudem ändere sich die Windrichtung dauernd. Die Lage sei kritisch.

Im Fernsehen war zu sehen, wie Bewohner der Region schon eingehüllt in beißenden Rauch mit Gartenschläuchen und Wassereimern versuchten, die Flammen an den Rändern der Dörfer aufzuhalten. Sie wurden von 300 professionellen Brandbekämpfern unterstützt. Auch weiter südlich in Jumilla bei Murcia bekämpfte die Feuerwehr bei starkem Wind einen Waldbrand, der durch einen Blitz ausgelöst worden sein soll.

Im Zusammenspiel mit einer seit Monaten anhaltenden Dürre und großer Hitze, die Experten auf den Klimawandel zurückführen, sowie sehr trockener Luft kommt es immer wieder zu Waldbränden. 2022 ist für Spanien das verheerendste Waldbrand-Jahr seit Beginn der Erfassungen. Seit Jahresbeginn wurden nach Messungen des europäischen Erdbeobachtungssystems Copernicus bei fast 388 Waldbränden schon mehr als 260.000 Hektar zerstört. (APA/AFP/TT.com)


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