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Explosion in armenischem Einkaufszentrum: Sechs Tote, viele Verletzte

Auf einem großen Basar in Eriwan gab es am Sonntag eine gewaltige Explosion, vermutlich verursacht durch Feuerwerkskörper. Es gab Tote und Verletzte. Dann versuchten Unbekannte, die Menschen in Armeniens Hauptstadt mit Bombendrohungen einzuschüchtern.

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Mindestens eine Person starb bei der heftigen Detonation.
© IMAGO/Alexander Patrin

Jerewan (Eriwan) – Nach der schweren Explosion in einem Einkaufszentrum in Armenien ist die Zahl der Toten auf sechs gestiegen. Weitere 18 Menschen gelten als vermisst, wie der Zivilschutz der ehemaligen Sowjetrepublik am Montagvormittag mitteilte. Rund 70 Rettungskräfte durchsuchten demnach die mittlerweile weitgehend gelöschte Unglücksstelle etwas außerhalb des Zentrums der Hauptstadt Eriwan nach ihnen. Mehr als 20 Menschen werden den Angaben zufolge in Krankenhäusern behandelt.

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Kurz nach der Detonation am Sonntag hatte das armenische Gesundheitsministerium von mehr als 60 Verletzten gesprochen, darunter rund ein Dutzend Kinder. Nach ersten Angaben war auf dem Eriwaner Großhandelsgelände ein Lager mit Feuerwerkskörpern in die Luft geflogen, woraufhin auch eine Gasleitung explodierte.

Die Detonation am Sonntagnachmittag (Ortszeit) sei massiv gewesen. Viele Menschen rannten von der Unglücksstelle weg um ihr Leben. Die Behörden gingen von einem unvorsichtigen Umgang mit Feuer als Ursache aus.

Mehrere Gebäude auf dem Großhandelsgelände stürzten ein oder wurden beschädigt. Unter den Trümmern könnten sich nach Angaben von Rettungskräften noch Menschen befinden, hieß es. Das Feuer war auch nach Stunden noch nicht gelöscht. Über der Stadt breitete sich eine Rauchwolke aus.

Rettungskräfte versuchten vor Ort, den Brand unter Kontrolle zu bringen.
© MINASYAN / AFP

Bombendrohungen für mehrere Orte

Wenige Stunden nach der Explosion gingen beim Zivilschutz des Landes mehrere Bombendrohungen ein. Danach seien Bomben in der U-Bahn von Eriwan, im Parlament und in anderen Gebäuden gelegt. Passagiere mussten die U-Bahn verlassen. Spezialisten durchsuchten die Stationen, fanden aber keine Sprengsätze. Informationen über einen Zusammenhang der Ereignisse gab es nicht.

Die frühere Sowjetrepublik Armenien im Südkaukasus mit Grenzen zum Iran, zur Türkei, zu Aserbaidschan und Georgien gehört zu den ärmsten Ländern der Region. Immer wieder kommt es dort zu Verstößen gegen elementare Sicherheitsvorschriften. Rettungskräfte und Feuerwehr waren ohne Schutzmasken im Einsatz. Mit Aserbaidschan steht Armenien in einem militärischen Konflikt um das Gebiet Berg-Karabach. (APA/dpa)


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