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Mit 95 Jahren in den Wahlkampf: Gina Lollobrigida kandidiert für Parlamentssitz

Die Schauspielerin schloss sich der Anti-Establishment-Partei „Italia sovrana e popolare" an. „Solange ich Energien habe, will ich sie für wichtige Sachen nutzen, vor allem für mein Land", sagte sie.

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Für Gina Lollobrigida ist es nicht der erste Wahlkampf: 1999 hat sie eine Kandidatur ins EU-Parlament in den Reihen der Mitte-Links-Allianz um den Ex-EU-Kommissionschef Romano Prodi versucht.
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Rom– Die italienische Diva Gina Lollobrigida zieht mit 95 Jahren in den Wahlkampf. Die Filmikone kandidiert in den Reihen der Anti-Establishment-Partei „Italia sovrana e popolare" für einen Sitz im Senat. Ihre Kandidatur reichte sie in der Stadt Latina südlich von Rom ein.

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„Ich habe es satt, Politiker streiten zu hören, ohne dass es zu Resultaten kommt. Ich werde dafür kämpfen, damit das Volk entscheiden kann, und zwar in den unterschiedlichsten Bereichen, von der Gesundheit bis zur Justiz. Ich will einen konstruktiven und positiven Beitrag für mein Land leisten", erklärte Lollobrigida im Interview mit der Mailänder Tageszeitung Corriere della Sera.

Zur Kandidatur habe sie ihr Rechtsanwalt Antonio Ingroia, ein ehemaliger Anti-Mafia-Staatsanwalt, überredet, der selber politische Erfahrung hat. „Solange ich Energien habe, will ich sie für wichtige Sachen nutzen, vor allem für mein Land. Wenn notwendig, werde ich auch Wahlkampf betreiben", erklärte die Diva, die bereits 1999 eine Kandidatur ins EU-Parlament in den Reihen der Mitte-Links-Allianz um den Ex-EU-Kommissionschef Romano Prodi versucht hatte. Damals hatte sie 10.000 Stimmen erhalten, den Sprung ins Straßburger Parlament jedoch verfehlt.

„Italia sovrana e popolare" ist eine Sammelbewegung aus Linksparteien und Anti-System-Gruppierungen, die sich für eine Rückkehr Italiens zu einer stärkeren nationalen Souveränität weg von Brüssel einsetzt. Die Bewegung nimmt zum ersten Mal an Parlamentswahlen teil.

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Lollobrigida war eine der großen Diven des italienischen Kinos. Neben Sophia Loren, Claudia Cardinale und der im Februar gestorbenen Monica Vitti erlangte sie in den Nachkriegsjahrzehnten weltweiten Ruhm und stand mit den größten Filmstars vor der Kamera. In Anlehnung an einen ihrer Filme wurde sie gar als "schönste Frau der Welt" bezeichnet. Später hatte sie auch als Fotografin und Bildhauerin Erfolg.

Heute darf sie nicht mehr über ihr Vermögen entscheiden, nachdem ein Gericht ihr nach einem jahrelangen Familienstreit dafür einen Vormund zugewiesen hat. Bei dem Streit mit ihrem Sohn und Enkel gehe es nicht um das Wohl der Diva, sondern um Geld, schildert es Lollobrigidas Anwalt Ingroia. Auf das Vermögen hatte es wohl auch ein Heiratsschwindler aus Spanien abgesehen, den Lollobrigida im Jahr 2006 beinahe geehelicht hätte. (APA)


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