Entgeltliche Einschaltung
Plus

Lieber Master statt Meister: Ein Streitgespräch über das „Land der Titel“

Österreich, Land der Titel: Viele junge Menschen wollen lieber studieren als eine Lehre machen. Es scheint der Glaube vorzuherrschen, nur mit Studienabschluss sei man etwas wert. Warum ist das so? David Narr, Unternehmer und Lehrlingskoordinator, und Bernhard Fügenschuh, Vizerektor der Uni Innsbruck, über ein Land in Schieflage.

  • Artikel
  • Diskussion (3)
David Narr, Lehrlingskoordinator der Tiroler Wirtschaftskammer, und Bernhard Fügenschuh, Vizerektor der Uni Innsbruck, in einem Streitgespräch mit überraschend viel Einigkeit.
© Rita Falk

Innsbruck – Schon jetzt fehlen in Tirol 30.000 Facharbeiter – und: Irgendwer muss die Energiewende auch umsetzen. All die Photovoltaik-Anlagen müssen aufgebaut, Anschlüsse installiert, Wärmepumpen angebracht werden. In den vergangenen 30 Jahren stieg laut Statistik Austria allerdings die Zahl jener junger Menschen, die sich für ein Studium entscheiden, kontinuierlich (von 5,3 auf 16,5 Prozent), während jene immer weniger wurden, die sich für eine Lehre entschieden (37 auf 33,4 Prozent). Im Jahr 2020 lag der Anteil der Personen an der Bevölkerung im Alter von 25 bis 34 Jahren mit einem tertiären Bildungsabschluss bei 34 Prozent. Wird Österreich ein Land der Denker statt der Macher? Und ist das schlimm? Ein Installateur und ein Geologe in einem Streitgespräch mit überraschend großer Einigkeit.

Entgeltliche Einschaltung

Dieser Tage werden sich wieder unzählige Menschen für ein Studium entscheiden, während laut AMS Ende Juli auf 286 Lehrstellensuchende 1373 Lehrstellen kamen. Werben die Unis den Betrieben den Nachwuchs ab?

Bernhard Fügenschuh: Nicht aktiv. Nicht im Sinne von „Wir nehmen diese Menschen dem Arbeitsmarkt weg und bringen sie an die Uni“. Das ist viel mehr eine politische Agenda. Akademisierung hat einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert. Ob mit der breiten Akademisierung vieler Bereiche auch eine Qualitätssteigerung einhergeht, kann man auch kritisch sehen.


Kommentieren


Schlagworte

Entgeltliche Einschaltung