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Kleines Kraftwerk, großes Zeichen in Nassereith

Nassereith nahm am Wochenende sein drittes Kraftwerk offiziell in Betrieb.

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Am Sonntag wurde das Kleinkraftwerk St. Wendelin im Beisein von LHStv. Josef Geisler (l.) und BM Herbert Kröll (r.) von Pfarrer Josef Ahorn gesegnet. Danach konnte die Anlage besucht werden.
© Ploder Thomas

Nassereith – Neben rund 70 Trinkwasserkraftwerken existieren in Tirol eine Reihe von Kleinkraftwerken, die die regionale Versorgung mit elektrischer Energie sichern. Das jüngste wurde nun in Nassereith mit der Segnung durch Pfarrer Josef Ahorn offiziell in Betrieb genommen. Die Gemeinde investierte 950.000 Euro, die sich bereits in wenigen Jahren amortisieren sollen. Für Wasser Tirol, eine Gesellschaft, die sich landesweit um den Ausbau der lokalen Wasserkraft bemüht, dient diese Anlage als wertvolles Beispiel.

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„Die drei Kraftwerke in Nassereith liefern eine Leistung von knapp 6 Megawatt (MW)“, betonte BM Herbert Kröll, „damit kann der Bedarf der Gemeinde derzeit fast zur Gänze gedeckt werden.“ Der Bürgermeister betont jedoch auch, dass Elektromobilität und die Umstellung von Heizungen auf Wärmepumpen den Bedarf in Zukunft noch deutlich ansteigen lassen werden.

Danach konnte die Anlage besucht werden.
© Ploder

Das neue Kleinwasserkraftwerk St. Wendelin liefert ganzjährig knapp 100.000 kW bzw. 700.000 kWh und kann so aktuell rund 155 Haushalte versorgen. Möglich wird dies, weil das Wasser aus dem ehemaligen Bergwerksstollen eine nahezu konstante Schüttung aufweist und die Restwassermenge von mindestens 20 Sekundenlitern erhalten bleibt. Diese Leistung wurde dank der großen Wassermenge in der neuen 800 Meter langen Druckrohrleitung bei einer Fallhöhe von nur 45 Metern erreicht. Das reine Quellwasser ist frei von Verunreinigungen und sichert in Verbindung mit den Anlagenteilen aus Edelstahl geringen Verschleiß und eine hohe Lebensdauer.

„Das Genehmigungsverfahren dauerte vier Jahre, das muss in Zukunft kürzer werden“, richtete BM Kröll das Wort an den Festredner, LHStv. Josef Geisler, was dieser seinerseits unterstrich. Damit würden sich Kleinwasserkraftwerke in Krisenzeiten bei vergleichsweise geringen Investitionen in kurzer Zeit realisieren lassen. Die Energieerzeugung nahe am Verbraucher entlastet dazu die bestehenden Netze. Bei entsprechenden Förderungen und günstigen Krediten seien solche Kleinkraftwerke auch in finanzschwachen Gemeinden umsetzbar.

In Verbindung mit Photovoltaikanlagen, Biomasseheizungen und anderen Alternativenergien, wie in Nassereith, könnten die kleinen, effizienten Kraftwerke im wasserreichen Tirol einen wesentlichen Teil zur angestrebten Unabhängigkeit am Energiesektor beitragen. (tp)


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