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Trump-Gegnerin Cheney bangt in Vorwahlen um Sitz im US-Kongress

Liz Cheney, parteiinterne Kritikerin von Ex-US-Präsident Donald Trump, könnte in Vorwahlen ihre Chance auf eine Wiederwahl in den Kongress verlieren. In Umfragen liegt Gegenkandidatin Harriet Hageman weit vorne.

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Trump-Befürworter mobilisieren gegen Liz Cheney.
© PATRICK T. FALLON

Wyoming – Bei Vorwahlen der Republikaner im US-Staat Wyoming droht die Alt-Konservative und erbitterte Widersacherin von Ex-Präsident Donald Trump, Liz Cheney, am Dienstag ihre Kandidatur und damit letztlich ihren Sitz im US-Kongress zu verlieren. Es wird allgemein damit gerechnet, dass die von Trump unterstützte Gegenkandidatin Harriet Hageman die Vorwahl gewinnt und damit am 8. November bei den Zwischenwahlen zum Repräsentantenhaus antritt. Umfragen sehen Cheney klar hinter Hageman.

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Den jüngsten Umfragen zufolge liegt die Tochter von Ex-Vize-Präsident Dick (Richard) Cheney (unter Präsident George W. Bush 2001-09) 20 bis 30 Prozentpunkte hinter Hageman. Trump hat die 2016 erstmals ins Repräsentantenhaus gewählte 56-Jährige zu seiner Erzfeindin erklärt. Liz Cheney ist Vize-Vorsitzende des parlamentarischen Untersuchungsausschusses zur Aufklärung des Sturms auf das Kapitol im Jänner 2021 und will nach eigenem Bekunden eine Rückkehr Trumps ins Weiße Haus um jeden Preis verhindern. Der Ex-Präsident, der seine Abwahl 2020 bis heute nicht anerkennt, liebäugelt offen mit einer erneuten Kandidatur bei den Präsidentschaftswahlen 2024.

Beim Sturm auf das Kapitol wollten von Trump aufgestachelte Trump-Anhänger verhindern, dass der Prozess zur Ratifizierung des Wahlsiegs des heutigen US-Präsidenten Joe Biden über Trump abgeschlossen wird. Fünf Menschen kamen dabei zu Tode.

Es spielt keine Rolle, dass Cheney als Vertreterin des traditionellen rechten Flügels der Republikaner für Waffen und gegen Abtreibung ist. Die Menschen des bevölkerungsärmsten Bundesstaats der USA nehmen es ihr übel, dass sie seit einem Jahr in schärfstem Ton gegen die vom Trump-Lager verbreitete und wiederholt widerlegte Behauptung vorgeht, dem Ex-Präsidenten sei der Wahlsieg "gestohlen" worden. Ihre Beteiligung an den Untersuchungen gegen Trump und sein Umfeld und seiner Rolle bei der Kapitol-Erstürmung haben Liz Cheney sogar eine Reihe von Morddrohungen eingebracht.

Seitdem reist sie mit Polizei-Eskorte durch das "Land der Cowboys". Ihre Kampagne musste sie ohne Wahlversammlungen und öffentliche Veranstaltungen führen – denn ihre eigene Partei behandelt sie wie eine Aussätzige.

Bisherige Vorwahlen bei den Republikanern sind gemischt ausgegangen: Teils gewannen Trump-Anhänger, teils innerparteiliche Trump-Gegner. Am Dienstag finden auch in Alaska bei den Republikanern Vorwahlen statt. (APA, AFP)


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