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Maskenskandal um Hygiene Austria und Palmers: Neue Vorwürfe

Im Maskenskandal um Hygiene Austria und Palmers stehen neue Vorwürfe um mutmaßliche Steuerhinterziehung im Raum.

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Der Maskenskandal holt die Hygiene Austria wieder ein.
© APA/Jäger

Wien – Der FFP2-Masken-Skandal der Hygiene Austria von 2020, bei dem aus China stammende Corona-Schutzmasken als „made in Austria“ umetikettiert wurden, poppt neu auf. Wie der Standard am Mittwoch online berichtete, gehen Ermittler nun auch von einer „fortgesetzten Steuerhinterziehung in großem Ausmaß unter Verwendung nachgemachter oder verfälschter Belege“ aus. Mindestens 693.000 Euro an Zoll und Einfuhrumsatzsteuer soll der Hygiene-Austria-Mitgründer und nunmehrige Alleineigentümer Palmers hinterzogen haben. Palmers und Hygiene Austria weisen die Vorwürfe zurück.

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Palmers soll demnach damals 37 Millionen FFP2-Masken aus China nach Österreich transportiert haben – wohl für die Hygiene Austria, das damals zur Maskenproduktion in Österreich gegründete Joint Venture von Lenzing und Palmers (Lenzing stieß die Anteile an Hygiene Austria im April 2021 wieder ab).

Laut Standard unter Berufung auf die Ermittler sollen die mehr als 37 Millionen FFP2-Masken nach ihrer Fertigung in Xiamen in Südostchina über eine international operierende Speditionsfirma zunächst nach Frankfurt geliefert worden sein. Die gleiche Firma habe sich dann „als Vertreterin“ der Palmers Germany dort auch um die Zollabfertigung gekümmert. Mit „künstlich niedrig gehaltenen chinesischen Ausgangsrechnungen“ seien dann die Abgaben für den Zoll erheblich gedrückt worden, lautet der Vorwurf in einem Durchsuchungsbefehl für eine Durchsuchung am 29. September des Vorjahres bei Hygiene Austria und in Verbindung stehenden Unternehmen. Die Ermittler gehen von einem 40 Prozent höheren Warenwert aus als die rund 9 Mio. Euro, die angegeben wurden. Hygiene Austria sieht diesen Vorwurf als „marktfremd“ an – hier sei der Stückpreis für 10.000 Stück mit dem Stückpreis für 37,000.000 Stück gleichgesetzt worden.

Die Ermittler haben laut der Zeitung besonders zwei Palmers-Vorstände im Visier. Sie sollen die Unterfakturierung in Österreich veranlasst und die zollrechtliche Abwicklung durch die Speditionsfirma „in direkten Verhandlungen“ vereinbart haben – für beide gilt die Unschuldsvermutung. Die Ermittler vermuten auch, dass die Hongkonger Palmers-Niederlassung in die Übersendung der mutmaßlich gefälschten Belege eingebunden war. (APA)

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