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Gute Tarnung lässt bei Fröschen das Gehirn schrumpfen

Tiere mit größeren Gehrinen können die Gefahr von Fressfeinden schneller und besser abschätzen und rechtzeitig flüchten. Individuen mit kleinem Hirn müssen hingegen auf gute Tarnung setzen.

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Erstaunliche Beobachtung: Gut getarnte Frösche haben ein kleineres Gehirn.
© APA/TIERGARTEN SCHÖNBRUNN/DANIEL ZUPANC

Wien/Wageningen – Wer über wenige "Graue Zellen" verfügt, braucht gute Tarnung, wer schlau ist, darf auffälliger sein, fand der österreichische Biologe Alexander Kotrschal bei 102 Froscharten heraus. Ein Tier mit großem Hirn kann wohl besser das Risiko durch eine nahende Schlange abschätzen und sich im günstigsten Moment mit einem beherzten Sprung retten. Individuen mit kleinem Hirn müssen hingegen Camouflagemuster tragen. Die Studie wurde im Fachjournal "Science Advances" veröffentlicht.

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"Mit guter Tarnung kann man sich als Frosch demnach ein großes Gehirn sparen", erklärte Kotrschal, der am Department of Animal Sciences der Universität Wageningen in den Niederlanden forscht, der APA: "Wenn man aber auffällig ist, braucht man es, um auf intelligenzbasierte Fluchtstrategien zurückgreifen zu können."

Ob ein großes Gehirn oder eine gute Tarnung besser für das Überleben ist, wird auch durch das Raubtier-Aufkommen bestimmt, berichtet Kotrschal mit Kollegen. Wenn wenig Fressfeinde in einem Gebiet vorhanden sind, also die Gefahr niedrig ist, in ihren Mägen zu landen, können sich die Frösche eher leisten, aufzufallen und ein großes Gehirn für schlaues Fluchtverhalten (und andere kognitive Fähigkeiten) zu entwickeln. "Diese Strategie wird wohl bei hohem Jäger-Druck weniger effizient, was kleine Hirne und stattdessen vermehrte Tarnung bevorzugt", so die Forscher in dem Fachartikel. (APA)

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