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Erster EM-Titel für Tiroler: Jakob Schuberts Unvollendete wurde zu Gold

Tirols Kletter-Star Jakob Schubert holte sich in der Kombination erstmals den EM-Titel. Dem 31-Jährigen fehlt damit nur noch der Olympiasieg. Robert Gardos holte im Tischtennis ebenso Edelmetall wie Sofia Polcanova

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Der Tiroler Jakob Schubert kletterte in der Kombination zu seinem ersten Europameister-Titel.
© INA FASSBENDER

München – Nach dem Ausrutscher im Bouldern und dem Blech-Ärger im Vorstieg wollte Jakob Schubert „noch wenigstens eine EM-Medaille“ aus München mitnehmen. Es sollte gelingen – und zwar in der bestmöglichen Ausführung. Der 31-jährige Tiroler Kletter-Star hat fast alles gewonnen in seiner langen Karriere, gestern fügte Schubert seiner Sammlung den ersten Europameister-Titel hinzu.

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In der Premiere der neuen Kombination (Wertung aus Bouldern und Vorstieg), die 2024 in Paris bei Olympia ausgetragen wird, gewann der Innsbrucker hauchdünn vor seinem ewigen Rivalen und Freund Adam Ondra (CZE).

📽️ Video | Schubert klettert bei EM zu Kombi-Gold

„Unglaublich froh, dass es für das große Ziel gereicht hat“

„Die Medaille hat mir noch gefehlt, vor allem, wo ich im Vorstieg so knapp daneben war. Ich bin unglaublich froh, dass es jetzt für das große Ziel Europameistertitel gereicht hat“, freute sich der vierfache Weltmeister vor dem vollen Haus am Königsplatz.

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Dabei hatte Schubert bereits mit einer starken Boulder-Vorstellung den Grundstein gelegt. Gemeinsam mit Ondra konnte er drei der vier Kletter-Aufgaben bis ganz nach oben lösen – und auch das fehlende vierte Top war nur knapp entfernt. Am Ende ging Schubert als Vierter in die Entscheidung – mit Ondra war aber nur noch ein großer Konkurrent 0,2 Punkte vor ihm. Dem fehlte im Vorstieg überraschend der entscheidende Griff, um noch mit Schubert gleichzuziehen.

Der Tiroler kam auf der kniffligen Route, die weit schwieriger war als jene vom Vortag bei den Frauen, bis zum vorletzten Griff und damit weiter als alle anderen. „Ich habe eigentlich schon mit der Silbermedaille abgeschlossen. Aber anscheinend war die Route doch schwieriger“, meinte Schubert.

Der zweite Österreicher im Finale, Boulder-Europameister Nicolai Uznik, kam nach misslungenem Wettkampf auf den achten Schlussrang. „Die Freude über Jakobs Sieg ist größer als meine Leistung heute. Aber wir haben zwei Goldene geholt, jetzt können wir zufrieden heimfahren“, meinte der 22-jährige Wahl-Innsbrucker.

Und Uznik hatte vollauf Recht: Mit zwei Goldenen (Uznik, Schubert) sowie einer Silbernen (Jessica Pilz im Vorstieg) und Bronzenen (Pilz in der Kombi) war Österreich bei der EM in München die zweitstärkste Nation. Geschlagen de facto nur von Janja Garnbret, die für Slowenien drei Europameistertitel gewinnen konnte. Und anders als Pilz („Da gehört schon noch was verbessert“) zeigte sich Schubert weitestgehend zufrieden mit der neuen Olympia-Kombination: „Es ist olympiareif, braucht aber noch kleine Änderungen.“

Robert Gardos:

Schubert war das Glanzlicht an einem Tag, an dem es so viele Medaillen gab. So kam auch der in Tirol aufgewachsene Routinier Robert Gardos zu seiner zweiten EM-Medaille. Nach Bronze im Mixed mit Sofia Polcanova gab es gestern mit seinem erfahrenen Partner Daniel Habesohn Silber im Doppel. Das Duo, das bereits 2012 (!) den EM-Titel geholt hatte, musste sich im Finale den schwedischen Weltmeistern Mattias Falck/Kristian Karlsson mit 1:3 (10, -1, -5, -11) geschlagen geben. Schlussendlich konnte der 43-jährige Gardos aber zufrieden zurückblicken. „Wir haben kein schlechtes Gewissen. Glückwünsch an die Gegner, wir konnten nicht unser Maximum abrufen.“

Sofia Polcanova:

Kurz darauf gab es dann doch noch die ersehnte Tischtennis-Goldene bei den so erfolgreichen Titelkämpfen an der grünen Platte. Ohne Satzverlust räumte die in Moldau geborene Oberösterreicherin Sofia Polcanova gemeinsam mit der Rumänin Bernadete Szöcs den Titel im Doppelbewerb ab. Im Endspiel gab es gegen ihre rumänischen Trainingspartnerinnen Elizabeta Samara und Andreea Dragoman ein 3:0 (16, 6, 9). „Ich kann das Gefühl einfach gar nicht beschreiben. Ich war schon so oft im Finale, oft Dritte oder Zweite. Daher ist es umso schöner, am Ende Gold zu gewinnen“, meinte Polcanova. Die 27-Jährige war dabei zuvor erfolgreich im Einzel am Weg und könnte nun im Viertelfinale schon bald auf ihre Doppel-Partnerin treffen.


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