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Frequency: Jason Derulo und RAF Camora spielen mit dem Feuer

Trotz des drohenden Unwetters in St. Pölten und einer kurzfristigen Unterbrechung des Festivals tobte die Menge. Zum Abschluss des ersten Tages beim Frequency Festival wurde noch einmal dick aufgetragen.

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Sänger Jason Derulo live beim Frequency.
© FLORIAN WIESER

St. Pölten – Zum Abschluss des Eröffnungstages ist beim Frequency Festival in St. Pölten dick aufgetragen worden: Popsänger Jason Derulo, der Mann, der gerne seinen eigenen Namen singt und immer für einen Clubhit zu haben ist, kam mit einer Schar an Tänzern; RAF Camora setzte auf Feuer und Konfetti. Tag eins war zuvor alles andere als ruhig verlaufen: Wegen eines Unwetters war das Festival unterbrochen und das Kerngelände für etwa eine Stunde geräumt worden.

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Bis zum frühen Nachmittag hatten tropische Temperaturen in St. Pölten geherrscht. Am meisten litt wohl Rapper Kummer unter den Wetter-Extremen: Der Deutsche wurde von Veranstalter Harry Jenner unterbrochen, der das Festival aufgrund des drohenden Unwetters kurzzeitig stoppte. „Es wäre kein Festival, wenn es nicht einen kleinen Weltuntergang gäbe", kommentierte Popsängerin Lisa Pac im Interview mit der APA. Jenner hatte zunächst noch von „bestem Wetter" gesprochen.

Die Veranstalter gaben schließlich Entwarnung, und wirklich war vom Unwetter außer einem bedeckten Himmel nichts mehr zu spüren. Somit durften die Rockbands Fever 333 und Glass Animals wieder auf die Bühnen. „Wir haben dieses Land vermisst", meinten Letztere und freuten sich über den lauten Publikumsgesang zum Hit „Heat Waves".

Sänger Jason Butler der Band 333
© FLORIAN WIESER

Spaß hatten sichtlich auch die Blasmusikgruppe LaBrassBanda und Folkshilfe. Letztere - die wohl einzige Band auf dem Frequency mit Quetschn-Bass-Solo im Programm - brachten das Publikum auf der überdachten Red Bull Stage mit schnellen Nummern wie „Hau di her" und „Mir laungts" zum Tanzen, die allesamt männlichen Bandmitglieder kamen sich währenddessen näher. Man werde sich so lange auf der Bühne küssen, bis es keine Reaktionen mehr gebe, so Quetschn-Spieler Florian Ritt.

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Anders legte es RAF Camora an, der mit Bonez MC auf der großen Space Stage auftrat: Während der Wiener, der als Vorletzter ein Publikum beachtlicher Größe vor sich versammelte, rappte, twerkten spärlich bekleidete Frauen neben ihm. „Un-glaub-lich", konnte er kaum fassen, nach den Corona-Absagen wieder auf einem Festival zu spielen. Zu Titeln wie „Zukunft", „Primo" und „Andere Liga" setzte er mit emporspringenden Flammen und dichtem, weißem Rauch Akzente.

Die Space Stage während des Konzerts von RAF Camora und Bonez MC
© FLORIAN WIESER

In der Nacht zeigte sich das Festival, das am ersten Tag stark auf Hip Hop und Pop setzte, von seiner kommerziellen Seite: Jason Derulo brachte mit Songs wie „In My Head" oder „Wiggle" klassischen Pop auf die große Frequency-Bühne, setzte ebenso auf Feuer-Elemente und gab recht pathetisch zu verstehen, sich zu freuen, in Österreich zu sein. Weniger opulent legte es James Arthur an, der auf der Green Stage nachdenklichen Pop-Rock lieferte.

Nach zweijähriger Corona-Pause war das Festival am Donnerstag mit Rapper SSIO, dessen Auftritt wegen großen Andrangs vom „Prequency" am Mittwoch auf heute, Donnerstag, verschoben worden war, losgegangen. Dass Musikfans das Frequency vermisst hatten, zeigte reger Andrang vor Kassen wie Shuttle-Bussen, die mehr oder weniger bekleidete, bis zum frühen Nachmittag in jedem Fall aber schwitzende Fans ins Festivalgelände beförderten. Dort waren die Zelte bereits aufgeschlagen, während die Traisen zum Erfrischungs- und Badeort wurde.

Davon hatte etwa die Lisa Pac, zu deren Konzert auf der kühlen Red Bull Stage einige Menschen vor der Hitze geflüchtet waren, profitiert, wie sie berichtete. Für die Sängerin, die feinsten Pop lieferte, war es der erste Auftritt beim Frequency, auf dem sie früher auch einmal am Desperados-Stand Shots ausgeteilt und Fotos gemacht, kurz: gearbeitet hat. Jetzt hier aufzutreten, sei auf ihrer „Bucket List" gestanden, erzählte Pac, die gerade an einer neuen EP arbeitet. Damit wolle die Sängerin, die kürzlich ihren Song „Bedroom" veröffentlichte, positivere Stimmung verbreiten als bisher: „Früher habe ich recht viele Breakup-Songs geschrieben."

Sängerin Lisa Pac während eines Konzertes
© FLORIAN WIESER

Für Nachteulen ist nach Derulo und Co nicht Schluss: Im Nightpark tritt etwa DJ Alle Farben auf. Je 50.000 Besucher werden auch an den nächsten beiden Tagen im Green Park erwartet. (APA)


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