Bezirk Imst

Altes Gerätehaus in Jerzens: Wenn die Feuerwehr zuerst heimmuss

Das alte Feuerwehrhaus in Jerzens ist nicht mehr zeitgemäß und hat auch zu wenig Platz für die Unterbringung der Einsatzkleidung.
© Paschinger

Die Feuerwehr Jerzens braucht ein neues Gerätehaus – auch mit Platz für die Einsatzmontur der Mitglieder.

Jerzens – „Wir sind eine der letzten Feuerwehren, deren Mitglieder ihre Einsatzkleidung zu Hause aufbewahren müssen“, lacht der stellvertretende Kommandant Daniel Grutsch. Tatsache ist, das Gerätehaus der Jerzner Feuerwehr „ist nicht mehr zeitgemäß“, wie Kommandant Fabian Schultes ergänzt. Es ist in die Jahre gekommen, weist Risse auf, dafür keine Spinde für die Mitglieder und letztlich fehlt sanitär gesehen auch ein Damen-WC. Die gute Nachricht: Der Gemeinderat hat einstimmig einen Grundsatzbeschluss gefasst. Die etwas schlechtere Nachricht: „Jetzt geht es um die Planung, dann um die Finanzierung und in vier Jahren können wir dann mit dem Bau beginnen“, so Bürgermeister Matthias Plattner.

Grutsch hatte die Präsentation für den Gemeinderat vorbereitet, die dann von Kommandant Schultes vorgetragen wurde. Demnach zählt die Freiwillige Feuerwehr Jerzens derzeit 75 aktive Mitglieder und Reservisten. Unter den Aktiven befindet sich auch eine Frau. Allein schon deshalb wäre es angebracht, über getrennte WC-Anlagen zu verfügen.

Am vordringlichsten ist jedoch die Unterbringung der Einsatzbekleidung. „Man muss sich vorstellen, dass die Leute alarmiert werden, dann aber erst einmal nach Hause müssen, um sich dort umzuziehen. Und erst dann kommen sie zum Gerätehaus und fahren weiter zum Einsatzort“, beschreibt Plattner die doch zeitlich aufwändige Einsatzvorbereitung.

Schultes und Grutsch sprechen von jährlich rund 30 – hauptsächlich technischen – Einsätzen. Das Einsatzgebiet befindet sich insbesondere bei Verkehrsunfällen auf der Pitztaler Straße von Wald bis Hairlach. Dafür hat man auch das hydraulische Rettungsgerät.

Seitens des Gemeinderates gibt es deshalb auch Einstimmigkeit, was die Notwendigkeit eines neuen Gerätehauses betrifft. Allerdings ist die Gemeinde derzeit mit gut 130 Prozent verschuldet. Deshalb geht sich ein Neubau erst in vier Jahren aus. Dafür habe man aber mehr Zeit für eine exakte Planung und Finanzierungsabklärung. (pascal)

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