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Kümmerer um das kulturelle Erbe: Kunsthistoriker Lukas Madersbacher im TT-Interview

Vielseitig umtriebig: der 56-jährige Innsbrucker Kunsthistoriker Lukas Madersbacher.
© Axel Springer

Neben seiner Professur am Institut für Kunstgeschichte hat Lukas Madersbacher zwei fordernde Ehrenämter: Vorsitzender des SOG-Beirats und Mitglied im Vorstand des Vereins Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum.

Der das Stadt- und Ortsbildschutzgesetz (SOG) exekutierende Beirat ist zum größten Teil neu aufgestellt, mit Ihnen als Vorsitzendem. Die freischaffenden ArchitektInnen im „alten“ Beirat sind zurückgetreten, weil sie sich dieses „Ehrenamt“ schlicht und einfach nicht mehr leisten konnten. Sie schon?

Lukas Madersbacher: Ich bin als Vertreter der Universität genauso wie die vom Land bzw. Denkmalamt Entsandten sozusagen von Amts wegen im Beirat. Ohne Honorar, nur mit einer kleinen Aufwandsentschädigung. Und das schon viele Jahre, bisher allerdings nur als Ersatzmitglied.

Was ist eigentlich die Aufgabe des SOG-Beirats?

Madersbacher: Wir haben Sorge zu tragen, dass in den von den jeweiligen Gemeinden ausgewiesenen Schutzzonen deren Charakteristik in einem baukulturellen Sinn gewahrt bleibt. Wobei man natürlich zugeben muss, dass „Charakteristik“ ein zu diskutierender Begriff ist.

Zur Person

Lukas Madersbacher: Jg. 1966, lehrt als Professor am Institut für Kunstgeschichte der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck. Publikationen vor allem zur europäischen Kunst des 15. und 16. Jahrhunderts. Seit 2022 Vorsitzender des SOG-Beirats und neben Franz Pegger und Barbara Lanz im Vorstand des Vereins Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum.

Als Kritikpunkt ist von BauherrInnen- bzw. ArchitektInnenseite immer wieder zu hören, dass Anregungen durch den Beirat je nach dessen Zusammensetzung durchaus konträr ausfallen können, was die Verfahren oft mühsam in die Länge zieht.

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