Gesundheit

Altersgerechte Sexualkunde: Aufklärung darf Kinder nicht überfordern

Es ist für Kinder wichtig, dass ihr Wissen ab einem gewissen Alter über Bienen und Blumen hinausgeht.
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Sexualkunde sollte altersgerecht sein. Eine gute Begleitung im Unterricht ist wichtig, sagt Daniela Karall.

Innsbruck – Vereine, die Schulen mit sexualpädagogischen Angeboten unterstützen, sollen sich in Zukunft akkreditieren müssen. Das Akkreditierungsverfahren hätte ursprünglich Anfang des vergangenen Schuljahrs stehen sollen, wurde dann auf Ende des Sommersemesters 2022 verschoben – und lässt nun weiter auf sich warten. Es befindet sich laut Bildungsministerium in der „Vorbereitung zur Umsetzung“.

Daniela Karall, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde, wünscht sich in dem Zusammenhang, dass unbedingt eine ausgewogene, alters- und entwicklungsentsprechende und wertebasierte Aufklärung gewählt wird und „nicht die Inhalte, die aktuell unter dem Titel ‚modern und aufgeschlossen‘ laufen“. Sexualität sei ein sehr wichtiger Bestandteil unseres Lebens, losgelöst von Beziehung und Verantwortung füreinander, allerdings bereits von Beginn an oft problematisch. Wichtig sei daher, dass ein Wertesystem mitvermittelt wird. „Es geht nicht nur um eine Aufzählung von Praktiken, sondern auch darum, dass Sexualität mit Beziehung und Zuneigung zu tun hat.“

Die Ärztin findet es wichtig, dass Homo- und Transsexualität erwähnt werden, aber sachlich korrekt und ausgewogen. „Zum Teil werden Kindern und Jugendlichen Theorien aufgedrückt und als wissenschaftlich deklariert, die es nicht sind, und sie verwirren und überfordern“, sagt die Innsbrucker Kinderärztin. „Wird fälschlicherweise vermittelt, dass jeder sein kann, was er will, so irritiert dies die Kinder.“ Altersentsprechende Aufklärung ist laut Karall bereits in der Volksschule wichtig. Denn dass die Pubertät früher eintritt, ist Realität. Außerdem muss berücksichtigt werden, dass sich Kinder medial beschäftigen und oftmals früh mit dem Thema Sexualität konfrontiert werden.

Eltern sollten bei dem Thema immer mit involviert bleiben. „Es wäre sehr gut, wenn das vertraute Lehrpersonal den Sexualkundeunterricht betreuen würde, wenn externe Unterstützung geholt wird, dass das Lehrpersonal aber unbedingt anwesend ist“, so Karall. (nic)