Airpower: Stärkster Besuchertag mit Van der Bellen und US-Bomber B-52
Für Bundespräsident Alexander Van der Bellen war bei seinem Besuch am Samstag zu Mittag kaum ein Weiterkommen: Reihenweise wollte die Menschen Selfies mit ihm machen, der Präsident kam dem sichtlich gerne nach.
Zeltweg – Die zweitägige Flugshow Airpower22 von Bundesheer, Red Bull und Land Steiermark hat am Freitag und am Samstag zusammen rund 275.000 Besucher bei freiem Eintritt angelockt. Am Samstag schaute auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen – Oberbefehlshaber des Heeres - in Zeltweg vorbei. Die Veranstalter waren in einer ersten Bilanz mit dem neuen Nachhaltigkeitskonzept der "klimaschonenden" Airshow zufrieden.
Am ersten Tag der Airpower am Freitag waren laut Bundesheer rund 125.000 Zuschauer erschienen. Am zweiten Tag kamen rund 150.000 Interessierte, was gesamt 275.000 Macht. 2019 waren es rund 300.000 gewesen. Gezählt wird laut einem Bundesheersprecher an den Eingängen bei der Sicherheitskontrollen mit kleinen Handzählgeräten, ähnlich Stoppuhren. Das Wetter war jedenfalls ausgesprochen flug- und besucherfreundlich – sonnig und nicht zu heiß. An Wertschöpfung sollen laut den Veranstaltern rund neun Millionen Euro in der Region geblieben sein. "Jeder Wirt hatte ein Lächeln im Gesicht", so ein leitender Bundesheeroffizier.
Für Bundespräsident Alexander Van der Bellen war bei seinem Besuch am Samstag zu Mittag kaum ein Weiterkommen: Reihenweise wollte die Menschen Selfies mit ihm machen, der Präsident kam dem sichtlich gerne nach. Van der Bellen ließ sich von Airpower-Projektleiter Brigadier Wolfgang Prieler eine Einweisung in die Abläufe geben und nahm das Gelände des Fliegerhorstes vom Tower aus in Augenschein.
Nach dem Ausblick auf das riesige Veranstaltungsgelände und die Zuschauermassen ließ sich der Bundespräsident das Nachfolgemuster für den bewährten, aber betagten Hubschrauber Alouette III, die AW169M des italienischen Herstellers Leonardo zeigen. Für dieses Muster wurden bereits einige Bundesheer-Piloten in Italien ausgebildet. Van der Bellen sagte, er wisse um den großen Investitionsrückstau beim Gerät und zollte dem Helikopter-Typ Alouette III sowie den Piloten und Technikern Respekt: "Kein Auto würde so lange fahren."
In Sachen Anreiseverkehr war am Samstag in der Früh - im Vergleich zum Freitag - mehr los. An den Einfahrten Zeltweg West und Ost war zu diesem Zeitpunkt der Pkw-Verkehr bereits zähflüssig. Gegen Mittag staute es sich auf allen Zufahrten, der Zustrom war ungebrochen. Wie die Polizei auf Twitter meldete, war mit einem verstärkten Anreiseverkehr noch bis 13.00 Uhr zu rechnen. Zu diesem Zeitpunkt riet man bereits von einer Anreise mit dem eigenen Pkw ab.
Den Autokennzeichen nach zu schließen kam das Gros der Zuseher vor allem aus Nieder- und Oberösterreich, Wien, der Steiermark und Tschechien, aber auch aus Deutschland, Polen, Slowenien oder Kroatien. Auch Tiroler Kennzeichen waren auf den Parkplätzen zu sehen. Darüber hinaus wurden am Samstag einige Sonderzüge aus Salzburg, Linz, Wien und Graz erwartet. Gesamt standen rund 18.000 Plätze (2019: 36.000) zur Verfügung, die am Freitag nicht zu hundert Prozent ausgelastet waren.
Das Programm war weitgehend identisch mit jenem des Freitags, einer der Höhepunkte sollte der Überflug in niedriger Höhe zweier strategischer US-Bomber des Typs B-52 Stratofortress sein, die etwa 100 Meter über dem Flugplatz fliegen werden. Bei der Airpower sind über 6.000 Kräfte im Einsatz, der Großteil davon Soldaten. Die Airpower endet gegen 17.00 Uhr.
Rund 200 Fluggeräte aus 20 Nationen, davon rund 50 des Bundesheeres lieferten am Samstag ein achtstündiges Showprogramm. Ein laut Veranstaltern umfassendes Umweltkonzept sollte durch kurze Transportwege, klimafreundliche Anreise und viel Regionalität bei der Verpflegung für ein nachhaltigeres Event als bei vergangenen Gelegenheiten sorgen. Befragte Experten bewerteten die gesetzten Maßnahmen teils positiv, teils aber auch als unzureichend. (APA)
Zahlen, Daten, Fakten
Besucher: An den beiden Veranstaltungstagen der Flugshow Airpower im obersteirischen Zeltweg sind am Freitag und am Samstag rund 275.000 Besucher gezählt worden. 2019 waren rund 300.000 Besucher gekommen. Laut Projektleiter Brigadier Wolfgang Prieler habe sich ein Jahr Planung und das Nachhaltigkeitskonzept ausgezahlt.
Schaulustige: Die Besucherzahl bezieht sich nur auf das Veranstaltungsgelände, auf den umliegenden Hügeln und Aussichtspunkten hätten sich noch weitere Tausende Interessierte versammelt.
Mitarbeiter: Projektleiter Wolfgang Prieler war nach eigenen Worten "froh und glücklich mit diesem Resultat nach einem Jahr Planung und Arbeit. In Summe seien rund 6500 Mitarbeiter im Einsatz, davon rund 4500 Soldaten. Der Milizanteil an diesen betrage 1356 Köpfe, der Frauenanteil unter den Uniformierten lag bei 658. Das Sanitätspersonal zählte nach Köpfen 352. Zur Abwicklung für Lagern, Kochen und Administration wurden 215 Container aufgebaut, ebenso wie 1.500 Feldbetten und fünf Großküchen. In diesen wurden 7,5 Tonnen Fleisch, eine halbe Tonne Fisch verkocht sowie 3,6 Tonnen Salat, vier Tonnen Obst und rund 45.000 Liter Mineralwasser ausgegeben.
Wertschöpfung: Oberstleutnant Michael Hendel, Leiter des Projektbüros, sagte, nach dem Ende komme das Abbauen der Infrastruktur. Er habe bei allen Gastroständen vorbeigeschaut, "jeder Wirt hat ein Lächeln im Gesicht, bei so einem Wetter sei überall die Hütte voll. Auch bei den Verkaufsständen gibt es nur positive Resonanz. Gastronomisch und touristisch alles erreicht." In Handel und Gastronomie gebe es im Murtal rund neun Millionen Euro Wertschöpfung.