TT-Café

Viele Gäste, klare Ansagen und heiße Getränke beim TT-Café in Reutte

TT-Chefredakteur Alois Vahrner befragte die illustren Gäste. CEO Wolfgang Hechenberger erläuterte die eingeleitete Neuausrichtung der Raiffeisenbank Oberland-Reutte.
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Eine Wohlfühlveranstaltung mit durchaus auch klaren Ansagen – das war das TT-Café in Reutte. Knapp 3200 Kaffee wurden ausgeschenkt.

Von Helmut Mittermayr

Reutte – Das TT-Café in Reutte setzte für heuer den Schlusspunkt der tirolweiten Tour, auf der bei gepflegtem Kaffeeplausch das eine oder andere Thema erörtert wurde. Beim Gratisfrühstück am Samstag am Reuttener Isserplatz genoss das Publikum 3200 Tassen Kaffee von Testa Rossa caffè, 2000 Stück Gebäck aus der Hofer Backbox und 850 Flaschen Silberquelle-Mineralwasser.

TT-Chefredakteur Luis Vahrner startete seine Fragerunde mit Frauenpower. Bürgermeisterin Karina Konrad erinnerte daran, dass es in der Corona-Zeit in Tirol 278 vergleichbare Gemeinden gegeben habe und eben eine 279ste. Nämlich das aus- und eingesperrte Jungholz. Inzwischen sei man besser gewappnet. Die Dorfchefin zeigte sich auch im Nachhinein froh, dass – nachdem die deutschen Grenzpolizisten die Bewohner kennen gelernt hatten – sie doch immer wieder den einen oder anderen durchschlüpfen ließen. Im früheren Bankendorf gebe es übrigens gerade noch einen einzigen Bankomaten, aber um den sei man der Raiffeisenbank sehr dankbar.

Die Bürgermeisterinnen Eva Wolf (Lechaschau, l.) und Karina Konrad (Jungholz) bereicherten mit ihren Beiträgen den Vormittag.
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Die neue Lechaschauer Gemeindechefin Eva Wolf nutzte neben der Präsentation mehrerer Projekte im Ort das TT-Café auch gleich für eine Klarstellung. Sie werde für etwas an den Pranger gestellt, was sie nie gesagt habe. In einem Leserbrief eines Bezirksmediums wurde sie sogar zum Rücktritt aufgefordert, weil sie angeblich öffentlich gegen den barrierefreien Alpenrosenweg am Hahnenkamm gewettert habe. Wolf: „Das sind Fake News. Ich habe in einem Vieraugengespräch bei ganz anderer Gelegenheit angemerkt, dass für mich diesbezüglich noch Haftungsfragen offen seien, wenn der Weg bis zur Lechaschauer Alm geführt werde. Davon eine Behindertenfeindlichkeit abzuleiten, ist absurd.“ Dorfplatz und Zugang zum Gemeindeamt in Lechaschau würden zum Beispiel gerade neu gestaltet – Barrierefreiheit sei hier ein großes Thema.

Das TT-Café am Reuttener Isserplatz war wieder hervorragend besucht. Bei bester Stimmung wurde Samstagvormittag gefrühstückt und der Band „Prime Time“ sowie den Rednern zugehört.
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Die beiden Außerferner Matthias Friedle und Lukas Wörle hatten kürzlich versucht, den über 8000 Meter hohen Gasherbrum in Pakistan zu besteigen. Wie berichtet, gelang das Vorhaben nicht ganz, begeistert von ihrem Abenteuer sind sie trotzdem. Auffällig sei der Klimawandel: Auf 6500 Metern Höhe 35 Grad im Zelt – damit habe niemand gerechnet. Was ihnen nicht gefallen hat, ist der Umgang mit Müll vieler Gruppen aus dem Westen. „Werte, die bei uns in den Alpen selbstverständlich sind, müssen auch dort gelebt werden“, fordert Wörle. Zelte voll Müll würden zurückgelassen.

Hoch hinaus war es für die beiden „Gasherbrumer“ Matthias Friedle (.) und Lukas Wörle erst kürzlich in Pakistan gegangen. Beim TT-Café schilderten die beiden Außerferner Abenteurer ihre Erlebnisse.
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Oliver Klien schilderte seine jahrzehntelange Arbeit für die Feuerwehr Reutte, für die er gerade das Landesverdienstkreuz erhalten hatte. Es sei eine große Überraschung gewesen, als plötzlich ein Brief von LH Platter bei der Post gelegen sei. Auf die Frage von TT-CR Vahrner, ob er bei so viel Engagement zu Hause nicht auch fehle, sorgte Klien für allgemeine Erheiterung. Das sei kein Problem. Denn seine Frau wisse ja, wo er umgehe.

Der frisch ausgezeichnete Feuerwehrler Oliver Klien (l.) und Reuttes „Stadt“-Bürgermeister Günter Salchner standen gerne Rede und Antwort.
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Und wieder lag die Stadtfrage in der Luft. Marktchef Günter Salchner malte ein Sprachbild. Unter Jugendfreunden würde Hansi immer Hansi bleiben. Aber Johann sei erwachsen geworden und werde ganz anders wahrgenommen. Von außen werde auch Reutte wegen Zentralität und Funktionalität längst als Stadt gesehen. Ob das von innen auch gewünscht ist, werde in einem Bürgerbeteiligungsprozess geklärt. Materiell ändere sich dabei für niemanden etwas.

Raiffeisenbank-Oberland-Reutte-CEO Wolfgang Hechenberger gab Einblick in „eine Gratwanderung“. Sein Institut ist als ehemals größte Raiba Österreichs nach anschließender Redimensionierung nun wieder am besten Weg zur größten Regionalbank im Westen Tirols. Talschafts- oder Regionalbanken seien die Zukunft außerhalb von Ballungsräumen, ließ er wissen. Aber es sei „auch ein Herantasten“. Denn man dürfe um nichts in der Welt die regionale Vernetzung verlieren.

Fabian und Hanna waren in der Spielecke bestens unterhalten. Die Gespräche der Erwachsenen waren doch zu langweilig.
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Rotkreuz-Bezirksgeschäftsführer Andreas Inwinkl zeigte das enorm gestiegene Arbeitspensum und Mitarbeiterwachstum während Corona auf. 2020 waren 26 Hauptamtliche angestellt, jetzt 41. Das größte Problem sei der Verkehr, Verzögerungen damit an der Tagesordnung. Patienten seien deshalb teils äußerst aggressiv. „Die Politik muss mit dem Scheiß-Fernpass endlich einmal etwas auf die Füße bringen“, haute Inwinkl auf den Putz.

Rotkreuz-Geschäftsführer Andreas Inwinkl ließ mit seiner Forderung zum Fernpass-Ausbau aufhorchen.
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Spannend wurde es noch, als das Glücksengerl Olivia assistiert von Moderatorin Anita Kapferer die Gewinner der Verlosung zog: Über ein Testa-Rossa-Genussset samt Kaffeemaschine freut sich Christine Fischer aus Musau, über einen 300-Euro-Gutschein des Einkaufszentrums Dez Ferdinand Vukoja aus Pflach.

Freuten sich über die Gewinne (v. l.): Günter Neyer von Wedl-Testarossa, Christine Fischer (Kaffeemaschine), Ferdinand Vukoja (300-Euro-Dez-Gutschein) und Manuel Kofler vom TT-Marketing.
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