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Ukrainische Armee startet Gegenoffensive im Osten und Süden

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Die ukrainische Armee hat nach Angaben des Sicherheitsexperten Olexij Arestowytsch an zwei Stellen im Osten und Süden des von Russland angegriffenen Landes eine Gegenoffensive begonnen. Die Orte nannte der Berater im Präsidialamt in Kiew nicht. Das sei Sache des Generalstabs, sagte er in einem Videointerview mit einem oppositionellen russischen Anwalt Dienstagabend. Indes schossen ukrainische Streitkräfte fünf russische Raketen ab, teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj mit.

Der doppelte Angriff solle russische Reserven binden und die russische Armee daran hindern, einen Frontabschnitt zulasten des anderen zu verstärken. "Die Unseren machen Druck, machen richtig Druck", sagte Arestowytsch. Seine Angaben waren nicht zu überprüfen. Kriegskorrespondenten des russischen Staatsfernsehens nannten jedoch die Stadt Balaklija im ostukrainischen Gebiet Charkiw als eine Angriffsstelle. Dort habe die ukrainische Armee Gelände zurückerobert, darunter den Ort Werbiwka.

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Schon seit vergangener Woche läuft ein ukrainischer Gegenangriff im Gebiet Cherson im Süden des Landes. Dazu sind von offizieller ukrainischer Seite bisher wenig Angaben gemacht worden. Die USA und Großbritannien sprechen auch dort von einem ukrainischen Vormarsch.

Präsident Selenskyj beriet am Dienstag erneut mit seiner obersten Militärführung über die Lage. Er äußerte sich in seiner abendlichen Videoansprache nicht im Detail zur Lage, sondern dankte allen ukrainischen Soldaten und Soldatinnen für ihren Einsatz.

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Nach Angaben Selenskyjs zerstörten ukrainische Streitkräfte unterdessen fünf russische Marschflugkörper. "Allein heute Morgen wurden fünf von sechs russischen X-101-Raketen abgeschossen", so Selenskyj in seiner Abendansprache. "Dies ist ein kostspieliger Verlust für Russland und rettet viele ukrainische Leben." Reuters war nicht in der Lage, die Angaben unabhängig zu überprüfen und es gab zunächst keine unmittelbare Reaktion aus Russland.

Weiters begrüße er die kommende Verschärfung der Einreisebedingungen für Russen in die Europäische Union. "Es ist notwendig, den Bürgern dieses Terrorstaates zu zeigen, dass sie moralisch für die Aggression ihres Staates gegen die Ukraine und ganz Europa verantwortlich sind", sagte Selenskyj.

Die EU könnte bereits ab kommendem Montag ein Abkommen mit Russland über erleichterte Visaerteilung aussetzen. Damit wird es für Russen schwieriger und teurer, ein Visum zur Einreise in die EU zu bekommen. Das sei noch kein vollständiger Visastopp, so Selenskyj. Aber er danke der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen für diesen Schritt. Bei den Beschränkungen gehe es nicht nur um die moralische Seite, sondern auch um Sicherheit. "Russland hat wiederholt Killer unter dem Deckmantel gewöhnlicher Touristen nach Europa geschickt."

Die EU-Kommission schlug den Schritt am Dienstag offiziell in Brüssel vor, nachdem die EU-Staaten zuletzt eine Grundsatzeinigung darüber erzielt hatten. Der Rat der EU-Staaten muss den Vorschlag noch formell annehmen. Die an Russland grenzenden EU-Mitglieder Finnland, Estland und Lettland haben noch strengere Begrenzungen für die Einreise von Russinnen und Russen eingeführt.


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