Chelsea setzte Tuchel vor die Tür, Leipzig trennte sich von Tedesco
Die unerwarteten Niederlagen in der Champions League von Chelsea (0:1 gegen Dinamo Zagreb) und RB Leipzig (1:4 gegen Donzek) hatten für deren Trainer Konsequenzen.
🔴 Chelsea trennte sich von Tuchel
Der englische Topclub Chelsea hat sich einen Tag nach der 0:1-Niederlage bei Dinamo Zagreb zum Auftakt der Champions League von Trainer Thomas Tuchel getrennt. Das gab der Premier-League-Verein am Mittwoch bekannt. Wer dem Deutschen nachfolgt, war zunächst unklar. Die Londoner empfangen kommenden Mittwoch in der 2. Runde der Königsklasse Meister Red Bull Salzburg.
„Da die neue Eigentümergruppe seit der Übernahme des Clubs 100 Tage alt ist und ihre harte Arbeit fortsetzt, um den Club voranzubringen, glauben die neuen Eigentümer, dass es der richtige Zeitpunkt für diesen Übergang ist", hieß es in einer Erklärung der „Blues". Man wolle sich bei Tuchel aber für dessen Bemühungen und Erfolge bedanken. „Thomas wird zu Recht einen Platz in der Geschichte von Chelsea einnehmen, nachdem er in seiner Zeit hier die Champions League, den Supercup und die Club-WM gewonnen hat."
Berichten zufolge soll der 49-Jährige am Mittwoch in einer knappen Telefonkonferenz davon erfahren haben, seine Bitte um eine zweite Chance sei unerfüllt geblieben. Die plötzliche Trennung überrascht, noch vor wenigen Wochen hatten britische Medien über eine vorzeitige Vertragsverlängerung mit Tuchel spekuliert.
Angeblich ist der überraschende Rauswurf aber keine Reaktion auf die Niederlage in Zagreb. So berichtete der Telegraph, hinter den Kulissen habe es seit einiger Zeit Spannungen gegeben. Das Verhältnis zwischen den Inhabern und Tuchel sei abgekühlt. Zuletzt sei auch Tuchels Beziehung zu einigen Spielern angespannt gewesen, hieß es.
Chelsea wurde letzte Saison Dritter in der Meisterschaft. Nach sechs Runden der neuen Spielzeit hält der Verein bei zehn Zählern auf Rang sechs.
🔴 109 Tage nach Pokalsieg muss Tedesco gehen
Der deutsche Bundesligist RB Leipzig hat die Konsequenzen aus dem schwachen Saisonstart gezogen und sich von Trainer Domenico Tedesco getrennt. Das teilte der Verein am Mittwoch mit. Ein Nachfolger steht noch nicht fest, als Favorit gilt Marco Rose. Der 45-Jährige wohnt in einem Leipziger Vorort, ist derzeit vertragslos, trainierte bereits Salzburg und ist mit dem RB-Kosmos bestens vertraut.
„Wir haben eine Gesamtverantwortung für RB Leipzig und wollen unsere Ziele erreichen. Daher sind wir in der Gesamtabwägung zu dem Schluss gekommen, dass wir einen neuen Impuls benötigen", sagte Geschäftsführer Oliver Mintzlaff in einer Vereinsmitteilung. Die Entscheidung sei ihm sehr schwer gefallen.
Tedesco muss nur 109 Tage nach dem Sieg im DFB-Pokal seine Koffer packen. Dem 36-Jährigen, der erst im Dezember als Nachfolger von Jesse Marsch verpflichtet worden war, wurde der Abwärtstrend in der Liga mit nur fünf Punkten aus den ersten fünf Spielen sowie das blamable 1:4 in der Champions League gegen Schachtar Donezk zum Verhängnis. Für Tedesco wiederholen sich praktisch die Ereignisse. Schon bei Schalke 04 – seinem vor Leipzig letzten Engagement in Deutschland – war er im März 2018 nach einer Niederlage in der Königsklasse freigestellt worden. (TT.com, APA, dpa)