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Kupferstich aus Innsbrucker Landesbibliothek gestohlen: Deutscher gestand

Der Pensionist war bereits mehr als ein Dutzend Mal wegen einschlägiger Diebstähle verurteilt worden. In Innsbruck war ihm die Bibliothekarin der Landesbibliothek auf die Schliche gekommen, nachdem ihr das Verhalten des Mannes komisch vorgekommen war.

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Der historische Lesesaal der Landesbibliothek Innsbruck.
© TT/Thomas Böhm

Innsbruck/Bochum – Ein deutscher Pensionist hat am Landesgericht Bochum gestanden, im Juli 2017 im Lesesaal der Tiroler Landesbibliothek in Innsbruck aus dem Buch "Tabulae Rudolphinae" von Johannes Kepler den Kupferstich "Karte des Erdkreises" gestohlen zu haben. Wie die Kronen Zeitung am Donnerstag berichtete, gab der Mann an, dass er die historische Weltkarte vernichtet habe, weil sie nur mit größtem Risiko finanziell verwertbar gewesen sei.

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Der Mann wurde bereits im Jahr 2019 vor dem Amtsgericht Witten in Nordrhein-Westfalen zu 20 Monaten Haft verurteilt worden, allerdings ging er in Berufung. Auch in zweiter Instanz wurde er nun schuldig gesprochen, allerdings wurde das Strafmaß aufgrund des Geständnisses auf 16 Monate Haft heruntergesetzt,. Der Wert des Kupferstichs war auf 30.000 Euro geschätzt worden.

Bibliothekarin kam Mann auf die Schliche

Der Pensionist war bereits mehr als ein Dutzend Mal wegen einschlägiger Diebstähle verurteilt worden. In Innsbruck sagte er gegenüber einer Bibliothekarin, dass er für eine Publikation zum Thema Weltumsegelung recherchiere. Sie habe das Buch schließlich aus einem Tresorraum beschafft und ihm vorgelegt. Ein paar Minuten war der Besucher mit dem Band offensichtlich alleine, weil die Bibliothekarin auf die Toilette musste.

Als der Mann die Bibliothek verlassen hatte, setzte sich die Frau an den Computer und gab seinen Namen im Internet ein. "Was ich dann in internen Bibliotheks-Newslettern gefunden habe, hat mich sehr alarmiert", erinnerte sie sich im Prozess. "Da waren Warnungen, dass man auf diesen Mann achten soll, er leiht wertvolle alte Bücher aus und entwendet Karten." Da ihr bei der ersten Durchsicht des Bandes nichts aufgefallen sei, habe sie ihn "Blatt für Blatt" mit einem zweiten Band aus der Bayerischen Staatsbibliothek abgeglichen – und das Ergebnis bestätigte schließlich ihre Sorge: Die Weltkarte war weg. (APA)

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