Entgeltliche Einschaltung
Plus

Politologin Hayek zu Gebi Mair bei „Tirol Live“: Abnabelungsversuch in Grün

  • Artikel
  • Video
  • Diskussion (1)
Nahmen Gebi Mairs „Tirol Live“-Auftritt unter die Lupe: Politologin Lore Hayek und TT-Chefreporter Manfred Mitterwachauer.
© Springer

Innsbruck – Die Tiroler Grünen stecken im Dilemma. Zu diesem Schluss kommt die Innsbrucker Politologin Lore Hayek in ihrer Analyse des Auftritts von Spitzenkandidat Gebi Mair gestern in „Tirol Live“ mit TT-Redakteurin Verena Langegger.

Entgeltliche Einschaltung

📽️ Video | Gebi Mair in „Tirol Live”

Bezogen auf die zuletzt veröffentlichten Umfragen, so auch jene im Auftrag der TT, ergäbe sich laut Hayek am Wahlabend „nicht zwingend eine Koalitionsoption“. Wie berichtet, hätte die schwarz-grüne Koalition keine Mehrheit mehr. Hauptsächlich, weil die VP von 44 auf 26 Prozent abstürzen würde. Die Grünen indes stagnierten bei 11 Prozent und lägen weiterhin deutlich hinter FPÖ und SPÖ.

Mair will die Grünen aber unbedingt in der Regierung halten. Möglich wäre das laut Hayek nur in Form einer Dreierkoalition oder sogar in einer – von Mair gestern selbst ins Spiel gebrachten – Viererkoalition. Erstere, so die Politologin, berge für die Grünen die Gefahr, neben VP und möglicherweise SP das „dritte Rad am Wagen“ zu werden. Die Vierervariante (ohne die VP) sei mit Verweis auf die gescheiterte Koalition in Innsbruck auch mit Problemen verbunden. Umso mehr versucht Mair die Grünen als stabilisierenden Faktor zu positionieren. „Angesichts der Gemengelage wird es für die Grünen aber schwierig, ihren Platz in der Regierungsbildung zu finden“, mutmaßt Hayek.

Mair versucht sich mit nahendem Wahltag am 25. September zusehends von der ÖVP unter Spitzenkandidat Anton Mattle abzugrenzen. Das trat gestern ungewöhnlich deutlich zu Tage, sagt Hayek: „Bis jetzt haben wir das noch nicht so stark erlebt.“ Dass die Grünen thematisch auf die Klimakrise und Energiewende setzen würden, sei nicht weiter überraschend. Andere Themen, wie die Teuerung, seien quasi „von außen vorgegeben“. Hier, so die Politikwissenschafterin, seien die Tiroler Grünen auch an ihre – ebenso mit der VP regierende – Bundespartei in Wien gebunden: „Teilweise sind sie hier oft nur Passagier, als dass sie selbst entscheiden können.“

Gerade im Transit, wo die Grünen sowohl im Bund wie Land ressortzuständig sind, sei der Handlungsspielraum auf nationaler wie lokaler Ebene aber durch europäische Zuständigkeiten doch teils stark eingeschränkt. Und folglich das Zurückziehen auf die Rolle „David gegen Goliath“ die einzige Option.

Hayek geht davon aus, dass sich am Wahlabend noch keine klare Koalitionsvariante herauskristallisieren wird. Eine fixe Regierungsbildung bis zum 26. Oktober, wie von Mair gefordert, hält sie für „sportlich“: „Es werden aber die spannendsten Koalitionsverhandlungen, die Tirol jemals erlebt hat.“ (mami)

Mehr zum Thema:

undefined

Plus

Grünen-Spitzenkandidat Mair bei „Tirol Live“: „Bin von Toni Mattle enttäuscht“

undefined

🗳️ Wahl-Dossier

Infos, Hintergründe und Analysen: Das Dossier zur Tiroler Landtagswahl auf TT.com


Kommentieren


Schlagworte

Entgeltliche Einschaltung