Innsbruck

Robustes matcht Fragiles: „Mezzanine“ von Verena Schatz in Galerie 6020

Mundgeblasenes Glasobjekt „Hang in there“ von Verena Schatz.
© Schlocker

Innsbruck – Ob Oswald Oberhuber sich über die Objekte von Verena Schatz freuen würde, kann man den Macher der ehemals viel geschmähten „Röhrenplastik“ leider nicht mehr fragen. Wäre allerdings interessant. Macht doch die aus Tirol stammende, heute in Oberösterreich lebende Absolventin der Glasfachschule in Kramsach ihre Skulpturen wie Oberhuber in den 1970er-Jahren aus banalem Installationsmaterial aus dem Baumarkt, das sie allerdings mit Teilen kombiniert, die sie per Mund geblasen hat.

Das Ergebnis dieses Tuns ist Zwittriges, das reizvoll zwischen Nützlichem und „nur“ Schönem, Robustem und Zerbrechlichem, Banalem und Kostbarem, Seriellem und Einmaligem laviert. Ein Spiel, das die von Glas als Medium der Kunst besessene Künstlerin auf vielfältige Weise ausreizt. Nicht zuletzt aus Liebe zum archaischen Prozess des Werdens dieser zerbrechlichen Objekte, das Hart-Werden von ehemals Flüssigem.

Auf der Plattform 6020 zeigt sich Verena Schatz in ihrer ganzen Vielseitigkeit. Um etwa Tropfiges an Haken an die Wand zu hängen oder aus realen und gläsernen Ofenrohren gebaute Skulpturen auf den galeristischen Boden zu stellen. Umhängt von so etwas wie Bildern, deren Basis Fotografien menschlicher Körper sind, die durch strukturiertes Glas raffiniert gefiltert daherkommen. (schlo)