Bezirk Landeck

„Wasser Welt Trams 3": Umweltschutz, der nicht über den Kopf wächst

Die „Bileks Azurjungfer“ ist die seltenste Libelle Europas.
© Wolfgang Egg

Landeck – „Der Landecker Talkessel ist im gesamten Alpenraum einzigartig. Nirgendwo sonst gibt es so viele Pietze und Weiher“, sagt der Landecker Biologe Wolfgang Egg. Mit dem Projekt „Wasser Welt Trams 3“ sollen insgesamt acht Pietzen in Landeck, Perfuchsberg und Stanz wiederhergestellt oder verbessert werden.

Gleich vorweg: Der Fachbegriff „Pietze“ beschreibt einen künstlich angelegten Teich, der zur Bewässerung von Feldern genutzt wird. Egg als pensionierter Lehrer hat sogleich eine Erklärung parat, warum sich die Anzahl der angelegten Teiche ausgerechnet hierzulande als besonders hoch erweist: In dieser Gegend gebe es zwar viele Quellenaustritte, aber keine größeren Bäche, die zur Bewässerung dienen könnten. So wurde auf diese Bewässerungsform zurückgegriffen.

Die Pietzen haben auch noch einen anderen Zweck: die Wahrung der Artenvielfalt sowohl in der Pflanzen- als auch in der Tierwelt. Neben verschiedensten Wasser- und Uferpflanzen findet dort eine Vielzahl an Amphibien wie Frösche, Kröten oder Molche ein Zuhause. Sogar die seltenste Libellenart Europas, die „Bileks Azurjungfer“, zieht dort ihre Kreise und konnte in einem Weiher erhalten werden – ein zweites Projekt soll folgen. Für Egg verbinden die Pietzen das Nützliche mit dem Schönen, wenn sich dort „Himmel, Wald und Wiese spiegeln“.

Von 2008 bis 2011 und 2016 bis 2020 wurden bereits mehrere Pietzen in Landeck und Perfuchsberg renoviert. 2012 wurde der Weiher auf den Weiherböden entschlammt. Bei der Renovierung werden auch Docken in Form von Schiebern erneuert, womit Wasser abgelassen, ausgeschöpft, frisch eingelassen und dem Gewässer ein Neustart verpasst werden kann.

Für die „Wasser Welt Trams 3“ mit Renovierungen in Landeck, Perfuchsberg und Stanz stellt das Land Tirol nun 140.000 Euro zur Verfügung. Die Pietzen seien für die Kulturlandschaft der Region sowie den Naturschutz im Oberen Inntal wesentlich, erklärt LHStv. Ingrid Felipe (Grüne). Die Arbeiten zur Schlammausschöpfung werden voraussichtlich nächstes Jahr begonnen. Zu tun gebe es bei den Pietzen jedoch immer etwas, sagt Egg. „Wenn man nichts tut, dann wachst es einem über den Kopf.“ (veo)

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Matthias Reichle

Matthias Reichle

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