Energie-Krise

OMV-Chef steht zu Strategie, Raffinerie fährt wieder hoch

In der ersten Oktoberhälfte will die OMV ihre Raffinerie in Schwechat wieder hochfahren.
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OMV-Chef Stern sieht trotz der Energie-Krise keinen Wachstumsmarkt für Öl und Gas. Die OMV-Gasspeicher sind fast zur Gänze gefüllt.

Wien – Trotz der aktuellen Energiekrise seien Erdgas und Erdöl keine Wachstumsmärkte. Deshalb halte er auch an der Strategie fest, die OMV langfristig in einen Chemiekonzern umzuwandeln, erklärte OMV-Chef Alfred Stern im Klub der Wirtschaftspublizisten. Kurzfristig müsse die OMV dennoch auf Energieengpässe reagieren.

„Wir fahren auf der Autobahn, sehen einen Unfall und auf diesen Unfall müssen wir reagieren, das ändert aber natürlich nicht das Ziel, wo wir gerne hinfahren würden“, so Stern. Die OMV orientiere sich auch am EU-Ziel, bis 2050 klimaneutral zu werden. Damit liege es auf der Hand, „dass sich mittel- und langfristig eine Reduktion bei Öl und Gas einstellen wird“, so Stern, „es ist kein Wachstumsmarkt“. Laut Stern wird eine Energiewende in Österreich ohne die OMV nicht stattfinden. Um diese voranzutreiben, seien hochwertige Kunststoffe sowie nachhaltige Kraftstoffe notwendig, auf deren Produktion die OMV sich mittel- und langfristig konzentrieren will.

Investitionen in Öl und Gas erschienen zwar auf Grund der aktuell hohen Preise attraktiv, Stern rechnet allerdings damit, dass die „enormen Preise wieder runterkommen“.

Um die Gasversorgung sicherzustellen, habe die OMV im März begonnen, Gas einzuspeichern. Die OMV-Speicher seien bereits zu 93 Prozent gefüllt. Das ist rund ein Viertel der österreichischen Speicherkapazitäten. Zusätzlich hat sich die OMV Pipeline-Kapazitäten in der Höhe von 40 TWh Gas aus Deutschland und Italien gesichert, die ab 1. Oktober zur Verfügung stehen. Das seien rund 45 Prozent des Gesamtverbrauchs in Österreich. Insgesamt sind die österreichischen Gasspeicher laut dem Energieministerium aktuell zu mehr als 70 Prozent gefüllt. Damit „sollten wir eigentlich über den Winter kommen“, glaubt Stern.

Probleme nach einem Unfall in der OMV-Raffinerie in Schwechat hatten zuletzt Lieferengpässe bei Diesel verschärft. Die Reparatur der Anlage stehe nun jedoch kurz vor dem Abschluss. In der ersten Oktoberhälfte soll die Produktion wieder hochfahren. Parallel wolle die OMV „das alternative Versorgungssystem, das wir in den letzten Monaten aufgebaut haben“, aufrechterhalten, sagte Stern, „weil wir glauben, dass das zur Balancierung der Märkte und auch zur Wiederbefüllung der Läger notwendig sein wird“.

Wenig Freude hat der OMV-Chef mit der von EU-Kommissionspräsidentin Ursula van der Leyen angekündigten Abschöpfung eines Drittels der Übergewinne von Energieunternehmen. Vor allem den Vergleichszeitraum, der für die Ermittlung herangezogen werden soll, sieht der OMV-Chef kritisch, „weil 2019 bis 2021 zwei Corona-Jahre hatte“. 2020 sei der Ölpreis länger unter 25 Dollar gelegen und der Gaspreis unter 10 Euro je Megawattstunde. „Wir haben ein Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. Das heißt, wir müssen das Angebot erhöhen und investieren. Diese Konzerne zu besteuern, fördert das Investitionsumfeld in Europa nicht.“ (ecke)