Die „Festwoche“ der Mobilität: In Zirl dreht sich alles um den Verkehr
Ein Öffi-Schnupperticket, das ab heute erhältlich ist, markiert das Highlight der Europäischen Mobilitätswoche. Zirls Bürgermeister fordert Hilfe für die Gemeinden.
Von Marco Witting
Zirl – Der Autofreie Tag (22.9.) ist groß und schon vor einigen Jahren zur Mobilitätswoche geworden. Von heute bis kommenden Donnerstag gibt es in 81 Gemeinden, 18 Betrieben und 40 Schulen oder Kindergärten Aktionen rund um die Mobilität. Und alles dreht sich dabei letztlich um die CO2-Schleuder Verkehr. „Ein Drittel der Treibhausgasemissionen in Tirol werden durch den Individualverkehr verursacht“, sagt Lisa Prazeller, stellvertretende Geschäftsführerin des Klimabündnisses.
Zig Aktionen stehen bis zum 22.9. in den Gemeinden an, kleine und große. Die größte ist heuer ein „Schnupperticket zum Vorteilspreis“, wie LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) erklärte. Ab heute bis zum 31. Dezember gilt die Aktion für ein Öffi-Monatsticket um 43,30 Euro – um 57 Prozent billiger. „Wir wollten heuer etwas machen, das nachhallt“, sagte Felipe. Noch mehr Menschen sollen zu Dauernutzern vom öffentlichen Nahverkehr werden. „Wir haben aktuell 141.000 Kundinnen und Kunden, um 6000 mehr als vor Corona. Und natürlich geben wir uns damit noch nicht zufrieden“, sagt VVT-Geschäftsführer Alexander Jug. Und Felipe wiederholte noch einmal, dass die jährliche Preisanpassung aller Öffi-Tickets in Tirol ausgesetzt wurde und zudem von der Landesregierung die Jahrestickets vergünstigt wurden. „Das ist ein wichtiger Beitrag für das Klima und für die Geldtasche der Menschen“, erklärte die aus ihrem Amt scheidende Politikerin. Zum Abschied von der Mobilitätswoche gab es einen Blumenstrauß. Zirls Bürgermeister Thomas Öfner (SPÖ) lobte die Zusammenarbeit mit Felipe – auch wenn die Themen nicht immer leicht gewesen seien.
Dass die Pressevorstellung der Mobilitätswoche in Zirl stattfand, war kein Zufall. Die Gemeinde darf sich durchaus zu Recht als Mobilitäts-Vorreiter bezeichnen. Wobei Öfner auch sagt, dass die Initialzündung allein nicht reicht. Es brauche auch Umsetzung und Nachhaltigkeit. Gerade in Zirl, der Bahnhof liegt abseits des Ortskerns, zeigt sich auch, dass die vielzitierte „erste und letzte Meile“ noch eine der größten Hürden für den Umstieg auf die Öffis ist. „Wir arbeiten hier an unterschiedlichen Lösungen“, sagt Jug.
Eine Lösung in Zirl ist der Dorfbus – der soll auf den Zugfahrplan abgestimmt werden. Doch da kommt die Energie- und Teuerungskrise ins Spiel. Die ist einerseits für viele Menschen ein Grund, auf die Öffis umzusteigen. Andererseits sagt BM Öfner: „Wir hatten in Zirl als Gemeinde zuletzt 400.000 Euro an Energiekosten. Sollten sich die Tarife verzehnfachen, dann reden wir nicht mehr vom Dorfbus, den es ohne die Teuerung wohl schon geben würde, sondern nur noch darüber, ob wir noch Schulen oder Altenheime offen halten können.“ Öfner fordert vehement Hilfestellungen für die Gemeinden, was die Teuerung betrifft, von Bund und Land ein.
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