18 Tiroler Denkmäler öffnen ihre Türen ganz weit
„Denkmalschutz = Klimaschutz“ ist das Motto des heurigen „Tags des Denkmals“ am kommenden Sonntag. In Tirol sind 18 Projekte mit dabei.
Von Edith Schlocker
Innsbruck – Der kommende Sonntag ist in Tirol nicht nur Wahltag, sondern auch „Tag des Denkmals“. Bei dem es diesmal, wie schon sein Motto „Denk mal voraus: Denkmalschutz = Klimaschutz“ andeutet, um das aktuelle Thema Nachhaltigkeit geht. Von den 280 historischen Objekten, die bei dem als österreichischer Beitrag der europaweit ausgetragenen European Heritage Days bei freiem Eintritt besichtigt werden können, sind 18 in Tirol. So unterschiedlich sie auch sind, sie alle stehen unter Denkmalschutz und sind zu einem großen Teil nur an diesem Tag für die Öffentlichkeit zugänglich.
Etwa die stattliche, bis auf das 11. Jahrhundert zurückgehende Burg Sankt Petersberg in Silz, in der seit 1979 die Regularkanoniker vom Heiligen Kreuz ihr zurückgezogenes klösterliches Leben leben. Wer ihre schöne kleine Burgkapelle sehen möchte, dem sei eine Anmeldung empfohlen (st.petersberg@kreuzorden.at). Genauso wie denen, die Lust auf eine Besichtigung von Schloss Weißenstein in Matrei in Osttirol hätten, die ihr heutiges Aussehen Umbauten im 19. Jahrhundert verdankt (www.felbertauernstrasse.at). Es ist nur am „Tag des Denkmals“ öffentlich zugänglich, genauso wie das Haller Guarinonihaus, einem der bedeutendsten barocken Gebäude der Haller Altstadt. (Für Kinder unter 14 nicht geeignet. Anmeldung: info@hall-wattens.at).
In Hall wird es an diesem Tag auch geführte Wanderungen zum Thema Salz geben. „Eingeweiht“ werden aber genauso die klima- und mobilitätstechnisch zukunftsweisenden neuen Haltestellen der Dörferbahn in Absam und Thaur. Was Denkmalschutz im Kontext mit Klimaschutz bedeutet, wird im Alpbacher Hof Lueg aktiv vorgeführt. Wurde der auf 1229 Metern Seehöhe liegende, ins 16. Jahrhundert zurückgehende Hof doch behutsam renoviert und durch moderne Infrastruktur sinnvoll ergänzt. Die Sägemühle in Innervillgraten ist dagegen ein wunderschöner spätbarocker Einhof, der nach seiner Übersiedlung in das örtliche Freilichtmuseum am Sonntag erstmals zu sehen ist.
Gleich fünf Stationen gibt es in Innsbruck. Die Ergebnisse der Grabungen am Domplatz können ebenso besichtigt werden wie das Mühlauer Kraftwerk sowie das zum Firmenmuseum verwandelte ehemalige Elektrizitätswerk der Rauchmühle. Um Erinnerungskultur geht es in den Führungen, die für Erwachsene wie Kinder im Tirol Panorama und Kaiserjägermuseum angeboten werden, während es im Volkskunstmuseum um das kreative Weiterdenken defekter Objekte geht.
Zu einem ganz speziellen Paarhof geht es am Kaunerberg, um „Lehner Hausgeschichte(n)“ im Heimatmuseum Längenfeld, um ein keltisches Heiligtum am Lienzer Schlossberg und Klosterfrauenbichl. Sportlichen ist ein Besuch der Alten Prager Hütte, mit 150 Jahren eine der ältesten erhaltenen Schutzhütten Österreichs, ans Herz gelegt, weniger Bergfesten ein Besuch der seit Jahren ressourcenschonend restaurierten bzw. rekonstruierten Burg-ruine Ehrenberg in Reutte.
Info: tagdesdenkmals.at