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Chancenloses ÖFB-Team spielt nach 0:2 in Frankreich gegen Abstieg

Superstar Kylian Mbappe und Olivier Giroud trafen für „Les Bleus". Im abschließenden Gruppenspiel am Sonntag muss das ÖFB-Team gegen Kroatien gewinnen und auf Schützenhilfe von Dänemark gegen Frankreich hoffen.

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Kylian Mbappe stellte die ÖFB-Defensive über 90 Minuten vor Probleme.
© GEPA pictures/ Johannes Friedl

St. Denis/Paris - Österreichs Fußball-Nationalmannschaft spielt in der Nations League gegen den Abstieg aus Topliga A. Im vorletzten Gruppenspiel verlor die klar unterlegene ÖFB-Auswahl am Donnerstag in Paris gegen den ersatzgeschwächten, aber blendend aufgelegten Weltmeister Frankreich mit 0:2 (0:0). Damit muss zum Abschluss am Sonntag (20.45) in Wien gegen Kroatien ein Sieg her, gleichzeitig benötigt man einen Punktgewinn von Dänemark gegen die Franzosen.

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Kylian Mbappe (56.) und Olivier Giroud (65.) trafen für "Les Bleus", die zwar die NL-Titelverteidigung schon vor der Partie abschreiben hatten müssen, zumindest aber den Klassenerhalt jetzt wieder in eigener Hand halten. Frankreich verdrängte Österreich mit dem ersten Sieg in Gruppe A auf den letzten Platz, hat fünf Punkte und einen mehr als Rot-Weiß-Rot auf dem Konto. Leader Kroatien, der Dänemark 2:1 besiegte, hält bei zehn, die Dänen bei neun Punkten.

Im 103. Länderspiel von Marko Arnautovic, der damit den bisherigen Rekordhalter Andreas Herzog einholte, ließ Rangnick vor 70.188 Zuschauern wie schon in den jüngsten drei Partien mit einer Viererkette spielen, deren Herzstück Kapitän David Alaba und Philipp Lienhart bildeten - flankiert von Christopher Trimmel und Maximilian Wöber. Das defensive Mittelfeld formten Xaver Schlager und Nicolas Seiwald, an den Seiten agierten Andreas Weimann und Marcel Sabitzer. An der Seite Arnautovics stürmte - eine kleine Überraschung - Karim Onisiwo.

Bei den Gastgebern war von einer Schwächung durch zwölf prominente Ausfälle, darunter Kapitän Hugo Lloris, Karim Benzema, Paul Pogba, Kingsley Coman und Lucas Hernandez, nichts zu merken. Auch wenn das vermeintliche 1:0 durch Mbappe 90 Sekunden nach Anpfiff wegen Abseits nicht zählte: Frankreich zog gegen die beiden Viererketten ein regelrechtes Powerplay auf und schuf dank viel Bewegung, guten Passspiels und auch Pressingfreude zahlreiche gefährliche Situationen.

Immer wieder beeindruckte Stürmerstar Kylian Mbappe, der alleine für drei der 15 französischen Abschlüsse (vier davon aufs Tor) vor der Pause verantwortlich zeichnete (24., 26., 43.) und von der Verteidigung kaum in Zaum zu halten war. Aber nicht nur die Viererkette, eigentlich alle Österreicher waren im Defensivmodus - ein schwieriges Spiel für Jubilar Arnautovic. Frankreich diktierte das Geschehen nach Belieben.

Fußball-Nations-League - Liga 1, Gruppe A, 5. Runde:

Frankreich - Österreich 2:0 (0:0)

Saint-Denis, Stade de France, 70.188, SR Ekberg (SWE)

  • Tore: 1:0 (56.) Mbappe, 2:0 (65.) Giroud
  • Frankreich: Maignan (46. Areola) - Kounde (23. Saliba), Varane, Badiashile - Clauss, Tchouameni, Fofana, Mendy - Griezmann (78. Dembele) - Giroud (78. Nkunku), Mbappe (91. Kolo Muani)
  • Österreich: Pentz - Trimmel, Lienhart, Alaba (70. Posch), Wöber - Weimann (50. D. Ljubicic), Seiwald, X. Schlager, Sabitzer (69. Schmid) - Onisiwo (64. Baumgartner), Arnautovic (64. Gregoritsch)

Im Gegensatz zum 1:1 im Juni in Wien fand Österreich vor der Pause nur selten den Ball, Pressing- und Konterchancen eröffneten sich kaum. Die meisten endeten vorzeitig, einmal kam Sabitzer nach energischer wie überlegter Vorarbeit von Xaver Schlager zum Schuss - verfehlte aus der Distanz aber (24.). Bester Mann war mit Abstand Goalie Patrick Pentz, der vor allem in der 35. Minute glänzte: Erst lenkte er einen Fallrückzieher von Aurelien Tchouameni an die Latte und war beim ebenso beim Nachschuss Antoine Griezmanns aus Kurzdistanz zur Stelle.

Der Wiederanpfiff brachte wenig Neues, auch wenn der sichtlich überraschte Schlager nach Sabitzers Präzisionsflanke sogar die rot-weiß-rote Führung am Fuß hatte (51.). Mit einem Fehlpass leitete Sabitzer allerdings auch das 0:1 ein - just einer Phase, in der man erstmals in die französische Hälfte zu schnuppern schien. Giroud bediente Mbappe, der auf 30 Metern aufdrehte, drei Verteidiger austanzte und schließlich souverän abschloss.

Nach etwas mehr als einer Stunde kombinierte sich Frankreich dann schnell durch die Linien, der 35-jährige Giroud verwertete Griezmanns Hereingabe schließlich problemlos gegen Lienhart per Köpfler. In den finalen 20 Minuten kamen mit Michael Gregoritsch, Christoph Baumgartner und Romano Schmid frische Offensivkräfte, Alaba durfte durchschnaufen. Am Bild wie am Ergebnis änderte sich nichts mehr. Frankreich spielte den Sieg kontrolliert nach Hause. (APA)

Reaktionen zum Nations-League-Spiel Frankreich - Österreich

Ralf Rangnick (ÖFB-Teamchef): "Natürlich hätten wir schon zur Hälfte zurückliegen können, da hätten wir uns nicht beklagen dürfen. Aber dass das Gegentor zu diesem Zeitpunkt auf diese Art und Weise gefallen ist, war extrem ärgerlich. So darfst du das Tor nicht kriegen, egal wie gut der Gegner ist. Ich hatte das Gefühl, dass wir das Spiel zu diesem Zeitpunkt tatsächlich in den Griff kriegen. Unmittelbar vor dem Tor hatten wir selbst eine Chance. In solchen Spielen geht es schon auch darum, wer das erste Tor schießt. Frankreich hat so gespielt, wie man es von einem Weltmeister erwartet, wir waren nicht auf unserem allerbesten Niveau."

Marko Arnautovic (frischgebackener ÖFB-Rekordspieler gemeinsam mit Andreas Herzog): "Es war nicht einfach, gegen die (Franzosen, Anm.) zu spielen, und man muss klipp und klar sagen, sie haben verdient gewonnen. Sie sind Weltmeister. Ich glaube bei der nächsten WM werden sie wieder ganz oben mitspielen. Sie haben auch noch viele Ausfälle gehabt. Man sieht einfach, dass sie Weltklasse-Spieler haben."

Patrick Pentz (ÖFB-Tormann): "In der ersten Halbzeit sind sie überhaupt nicht ins Pressing gekommen, da haben wir immer herausgespielt. Es hat uns aber der letzte Zug zum Tor gefehlt, Chancen haben wir aber durchaus vorgefunden. 90 Minuten ist ein Mbappe richtig schwierig zu verteidigen."

Christopher Trimmel (ÖFB-Rechtsverteidiger): "Man kann Mbappe alleine nicht verteidigen, das ist unmöglich. Man kann insgesamt nicht alles gegen ihn verteidigen, er hatte schon zwei, drei Superchancen. Mit der Geschwindigkeit und Technik muss man das akzeptieren. Leider das 1:0, da waren wir alle in der Vorwärtsbewegung, dann Ballverlust, dann wirds schwierig."

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