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Neo-ÖFB-Rekordspieler Arnautovic: „Wir brauchen nicht die Köpfe hängen lassen"

Der 103-fache Teamkicker sieht die ÖFB-Auswahl trotz der 0:2-Niederlage gegen Frankreich „auf einem guten Weg". Wie die gesamte österreichische Offensive hatte Arnautovic in Paris nur wenig zu bestellen, zu übermächtig präsentierte sich Frankreich um Superstar und Torschütze Kylian Mbappe.

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Marko Arnautovic (l.) hatte gegen die Franzosen (hier gegen Ferland Mendy) einen schweren Stand.
© GEPA pictures/ Johannes Friedl

St. Denis/Paris - Nicht jeder Rekord endet mit einer Feier. Der 103. Einsatz für Österreichs Fußballnationalteam ließ Marko Arnautovic am Donnerstag mit dem bisherigen Topmann Andreas Herzog gleichziehen, für den 33-Jährigen war es freilich ein Abend zum Vergessen. "Man muss klipp und klar sagen, sie haben verdient gewonnen", gab der Bologna-Legionär nach dem 0:2 in Frankreich zu Protokoll. Am Sonntag wird er Herzog überholen, ein Sieg und dänische Schützenhilfe ist zum Klassenerhalt nötig.

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Wie die gesamte Offensive hatte Arnautovic in Paris nur wenig zu bestellen, zu übermächtig präsentierte sich Frankreich um Superstar und Torschütze Kylian Mbappe. Arnautovics lapidare Erkenntnis: "Sie sind Weltmeister." Österreich war vor allem mit Defensivaufgaben beschäftigt beziehungsweise scheiterte im Spielaufbau. Arnautovic sah nur relativ wenige Bälle - und wenn, dann blieb er glücklos. "Jetzt probieren wir einmal, die Niederlage zu verkraften", sagte er im Hinblick auf das Heimspiel gegen Kroatien am Sonntag (20.45 Uhr/live ORF 1) im Wiener Ernst-Happel-Stadion. "Gegen Kroatien spielen wir zuhause und wollen das Spiel für uns entscheiden. Es wird wieder ein sehr hartes Spiel werden, sie sind Vizeweltmeister, haben auch einige Superstars."

Das recht einseitige Spiel vor 70.188 Zuschauern im Stade de France versuchte er in die richtige Perspektive zu rücken. "Wir brauchen die Köpfe nicht hängen zu lassen. Wir haben gegen eine der stärksten Mannschaften der Welt gespielt. Wir wissen, in welcher Gruppe wir sind", stellte Arnautovic klar. "Wir sind auf einem guten Weg. Wir probieren auch, irgendwann auf so ein Level (wie Frankreich, Anm.) zu kommen. Wir sind in der Aufbauphase, wir machen es gut. Die Jungs und der Trainerstab."

Gegen die Kroaten, die am Donnerstag in Zagreb Dänemark 2:1 schlugen, ist nicht nur ein Sieg gefordert, sondern auch ein Punktgewinn der Dänen gegen Frankreich nötig. Nur dann kann der Verbleib in der Eliteliga der Nations League gelingen. Nach der dritten Niederlage im fünften Spiel der Ära von Ralf Rangnick ist dafür eine Leistungssteigerung nötig. "Wir müssen uns auch gegen Weltklassegegner mehr Chancen herausspielen. Die letzten Pässe waren nicht gut genug", erklärte etwa Christopher Trimmel.

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Der Burgenländer, als Außenverteidiger auf der Mbappe-Seite unterwegs, musste den PSG-Akteur auch im Verbund mit seinen Kollegen mehrmals ziehen lassen. So sehr man auch über die Qualitäten von Mbappe Bescheid wusste, einhegen konnte man den Superstar nicht völlig. "Dass du nicht alles wegverteidigen kannst gegen Weltklassespieler, ist auch normal", betonte Trimmel. "Bis auf zwei, drei Situationen haben wir es nicht schlecht gemacht."

Insgesamt habe man "nicht den besten Tag gehabt", gab Mittelfeldmann Xaver Schlager zu. Er bedauerte, das kleine Zeitfenster zu Beginn der zweiten Hälfte nicht besser genutzt zu haben. "Da war der Zugriff besser und der Zeitpunkt des Gegentreffers sehr unglücklich", sagte Schlager. Seine etwas unerwartete Chance nach Flanke von Marcel Sabitzer hätte da sogar zum Paukenschlag werden können: "Ich sollte ihn nicht annehmen, sondern vielleicht gleich mit dem Kopf aufs Tor zu bringen."

Weinte man im Juni dem Sieg gegen Frankreich beim 1:1 in Wien sogar noch leise nach, so konnte Österreich diesmal durchaus froh sein, keine höhere Niederlage kassiert zu haben. Daran Anteil hatte einerseits Frankreichs großzügiger Umgang mit Chancen, andererseits Tormann Patrick Pentz - nicht zuletzt wegen seiner beiden Großtaten gegen Aurelien Tchouameni und Antoine Griezmann in der 35. Minute. "Es hat uns der letzte Zug zum Tor gefehlt, Chancen haben wir aber durchaus vorgefunden", erkannte Pentz, der zum dritten Mal unter Rangnick im Tor stand.

"Frankreich war einfach zu gut", sagte Innenverteidiger Maximilian Wöber. "Wir hätten von Anfang an bissiger, griffiger und in den wenigen Umschaltmomenten eiskalt sein müssen", erkannte der Salzburg-Spieler. "Es ist brutal, wenn du eingeschnürt wirst, wie beim Handball."

Das alles soll am Sonntag vergessen sein. Ähnlich wie im ersten Gruppenspiel, als man die Kroaten auswärts überraschend klar 3:0 bezwang. Mittelfeldspieler Nicolas Seiwald gab sich optimistisch: "Wir müssen am Sonntag gewinnen. Daheim sind wir stark, da können wir auch Kroatien schlagen."

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