„Prominente Namen reichen nicht“: Immer mehr Stars schreiben Kinderbücher
Prominente sausen nicht nur über Laufstege und verkörpern Filmhelden – immer mehr schreiben auch Kinderbücher. Doch ein bekannter Name reicht nicht aus, um Bestsellerlisten zu erklimmen. Auch der Inhalt – von Wackelzähnen bis zu Mobbing – muss interessieren.
Von Judith Sam
Innsbruck – Man könnte annehmen, dass die Tätigkeit als Präsident der Vereinigten Staaten beansprucht. Vom Buhlen um Wählerstimmen bis zum Verkörpern der Exekutive. Trotzdem fand Barack Obama inmitten seiner Amtszeit 2010 Zeit, das Kinderbuch „Von euch will ich singen“ (Carl Hanser Verlag) zu verfassen. Böse Zungen behaupteten, er versuche über politische Defizite hinwegzutäuschen. Fans schwärmten von der schriftlichen Liebeserklärung an seine Töchter, in der der 44. Präsident der USA von großen Persönlichkeiten der Geschichte erzählt.#
Doch nicht nur dieser Prominente frönte der Hingabe zur Schriftstellerei. Sängerin Madonna versuchte sich ebenso im fremden Metier wie Model Heidi Klum und Schauspielerin Julianne Moore. In ihren bunten Werken befassen sie sich mit Wackelzähnen, Neid und Kinderfreundschaften.
„Nicht jedes Kinderbuch erklimmt Bestsellerlisten, nur weil es von einem Prominenten verfasst wurde“, relativiert Regina Stolze-Witting von der Kinderbuchabteilung der Tyrolia Innsbruck. „Die Bank“ (Random House Verlag) aus der Feder von Herzogin Meghan sei etwa nicht sehr gefragt: „Neben dem Namen des Autors muss den Leser auch der Inhalt interessieren.“ So sei die darin beschriebene Vater-Sohn-Beziehung offenbar nicht so spannend wie Fußball und Skifahren: „Mit diesen Themen befasst sich Skiprofi Felix Neureuther in seinen beliebten Kinderbüchern (Kizz Herder Verlag), von denen bereits mehrere erschienen sind.“