Tickets bis zu 8 Prozent teurer: Skiurlaub in Tirol ist trotzdem gefragt
Liftkarten dürften in Tirol im Schnitt um bis zu 8 Prozent steigen. In St. Anton steht sogar eine Verteuerung von 10 Prozent an. Die Tirol Werbung zeigt sich „zuversichtlich" für Saison. Urlaub werde als „Auszeit von Krisen" gesehen.
St. Anton, Innsbruck – In Tirols Wintertourismus ist die Nachfrage nach Skiurlaub trotz steigender Liftkartenpreise vorhanden. Die Ticketpreise dürften laut Tiroler Wirtschaftsbund- und Seilbahnen-Chef Franz Hörl (ÖVP) im Schnitt zwischen 7 und 8 Prozent steigen, sagte er. Das Energieeinsparpotenzial wiederum liege bei bis zu 12 Prozent, man sei sich „dieser Verantwortung bewusst", meinte Hörl. Die Tirol Werbung zeigte sich jedenfalls „zuversichtlich" für die Saison.
Preisgestaltung ist Sache der Unternehmen und Verbände
Die Preisgestaltung sei aber „Sache der Unternehmen und Verbände", betonte Tirols oberster Seilbahner. Mit den bis zu 8 Prozent liege man unter der aktuellen Inflationsrate. Im Skigebiet St. Anton im Tiroler Oberland – dem größten zusammenhängenden Wintersportgebiet Österreichs – werden die Ticketpreise im heurigen Winter jedenfalls überdurchschnittlich anziehen. Eine Tageskarte wird um rund 10 Prozent teurer sein, der Preis wird von 61 Euro auf 67 Euro steigen, hieß es seitens der Arlberger Bergbahnen. Wo wie viel Energie eingespart wird, war jedoch „zum jetzigen Zeitpunkt" noch unklar. Man werde aber „natürlich Energiesparmaßnahmen umsetzen".
Die Branche habe dem Ministerium „mehrere seriöse Vorschläge vorgelegt", sagte Hörl. Nun erwarte er sich vom Ministerium, dass dieses „sagt, was sie wollen". Die meisten Skigebiete operierten aber ohnehin schon „sehr effizient". „Es ist natürlich schwer, Maßnahmen zu treffen, die sich nicht auf Komfort und Freizeiterlebnis der Gäste niederschlagen", räumte Hörl ein. Er nannte einige Beispiele: Weniger Stationsbeleuchtung, keine Sitzheizungen mehr oder aber Einschränkungen beim Nachtskilauf, wobei es dort einige Skigebiete wie etwa die „Bergeralm" im Tiroler Wipptal gäbe, die einen Großteil ihres Umsatzes mit Nachtskilauf generierten. „Es muss zwischen den Betrieben differenziert werden", unterstrich der Seilbahnensprecher. Außerdem würden ja auch Fußballstadien, wie etwa das Innsbrucker Tivoli und das Rapidstadion „weiterhin lustig beleuchtet".
Seilbahnen-Chef wünscht sich „Gleichbehandlung mit Industrie"
Generell wünsche er sich „Gleichbehandlung mit der Industrie und anderen großen Energieabnehmern". „Darauf bestehe ich auch", mahnte der ÖVP-Politiker ein. Gleichzeitig sagte Hörl, dass der Energieverbrauch des heimischen Tourismus überschätzt werde. Beherbergung, Gastronomie und Seilbahnen kämen laut Erhebungen des Umweltbundesamtes auf einen Anteil von lediglich rund 1,55 Prozent am österreichischen Gesamtenergieverbrauch. Der Wintertourismus alleine komme auf nur rund 0,9 Prozent des gesamten Verbrauches.
Tirol-Werbung-Chefin: „Viele warten noch ab"
Der teurere Skiurlaub dürfte der Nachfrage jedoch keinen Abbruch tun: „Die Menschen haben weiterhin Lust auf Winterurlaub in den Bergen und die Nachfrage ist in den Tiroler Regionen vorhanden", sagte Karin Seiler (Tirol Werbung) der APA. Urlaub werde „als Möglichkeit gesehen, sich eine Auszeit von den aktuellen Krisen zu nehmen". Allerdings würden viele Menschen „sicher noch abwarten, wie sich die Situation entwickelt", kurzfristige Buchungen seien die Folge.
Beim Winterurlaub sei jedoch nicht nur der Preis ausschlaggebend, da er ein „Lifestyleprodukt" sei. „Zudem gibt es viele unterschiedliche Möglichkeiten, je nach Budget – von der kleinen Pension über die Ferienwohnung bis zum Hotel. Da sollte für jede und jeden ein geeignetes Angebot dabei sein", meinte Seiler. (TT.com, APA)
📽️ Video | Karin Seiler und Philip Haslwanter in „Tirol Live”
Wie sich Tirol auf den Märkten positioniert und was diese Gemengelage für die Preise an der Liftkasse bedeutet, war am 5. Oktober Thema bei „Tirol Live“. Es diskutierten dazu Tirol Werbung-Chefin Karin Seiler und der Geschäftsführer der Kühtaier Bergbahnen Philip Haslwanter.
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