Asyl

„Möglicherweise kommen Zelte“: Karner appelliert bei Unterbringung an Länder

Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) befürchtet wegen neuer Visa-Regeln in Serbien eine „Torschlusspanik der Schleppermafia“.
© APA/Hochmuth

Wien – Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) appelliert an die Bundesländer, Quartiere für Asylwerber zu schaffen. Die Bundesbetreuung sei wegen der hohen Flüchtlingszahlen über ihre Grenzen belastet, sagte der Minister am Rande einer Konferenz der Flüchtlingsreferenten der Bundesländer. Er beschrieb die Lage als ernst: „Möglicherweise müssen auch Zelte aufgestellt werden.“

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Die Zahl der Aufgriffe von Migranten und darauf folgender Asylanträge ist in den vergangenen Monaten anhaltend hoch. Der Innenminister befürchtet, das diese Entwicklung vorerst nicht gebrochen wird. Einerseits macht er dafür den russischen Krieg in der Ukraine verantwortlich. Andererseits drohe eine „Torschlusspanik der Schleppermafia“, weil Serbien angekündigt habe, seine Einreisepolitik zu verschärfen. Bisher können Personen aus Indien und Tunesien in dem Balkanstaat ohne Visum einreisen. Von dort aus versuchen sie dann mit Schleppern ihr Glück Richtung Mittel- und Westeuropa.

Die Kapazitäten der Bundesagentur für Betreuungs- und Unterstützungsleistungen (BBU) seien jedenfalls ausgeschöpft, sagt deren Chef Andreas Achrainer. Derzeit würden dort 8000 Menschen betreut. 5600 von ihnen sind bereits im Asylverfahren und hätten bereits von den Bundesländern übernommen werden sollen.

Wo er Zelte aufstellen will, sagte Karner nicht. Ebenso wenig nannte er eine konkrete Zahl: „Das wäre unseriös.“ Wenn es so weit komme, würden vor allem allein reisende Männer dort untergebracht. Familien, Frauen und Kinder sollen in festen Quartieren schlafen. (TT, APA)

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