Frust und Lust beim Online-Dating: Die Schwierigkeit, sich zu finden und zu binden
Tinder hat das Liebesleben von Millionen Menschen verändert. Fast jedes zweite Paar lernt sich mittlerweile online kennen. Doch in einer Welt, in der die Auswahl riesig und die Ansprüche hoch sind, wird es bisweilen immer schwieriger, sich wirklich zu binden. Über Frust und Lust beim Online-Dating.
Von Anna Haselwanter
Links – ein Wisch und weg, rechts – ein Wisch und „Match“. Zehn Jahre ist es her, dass Tinder auf den Smartphones einzog. Für manche brachte die App die große Liebe, für andere die sexuelle Revolution. Hätte man vor 20 Jahren jemandem erzählt, eines Tages habe praktisch jede Person ein kleines Gerät in der Tasche, mit dem spontan Sexpartner in der Nähe aufgespürt werden können – wer hätte es geglaubt? Heute ist Tinder nach eigenen Angaben in 190 Ländern und mehr als 40 Sprachen verfügbar, wurde seit Bestehen 530 Millionen Mal heruntergeladen. Gelöscht. Und wieder heruntergeladen.
Tinder hat jedenfalls verändert, wie wir in Kontakt treten. Laut einem Report von Parship aus dem Sommer 2022 gaben 57 Prozent der Befragten – die sich in den vergangenen zwei Jahren kennen lernten – an, ihren Partner online gesucht und gefunden zu haben. Gleichzeitig besagt eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Norstat im Auftrag des Magazins Playboy, dass Dating für 51 Prozent der Befragten vor 20 Jahren leichter gewesen sei. Denn die Wischerei nach links und rechts, sie ist Fluch und Segen zu gleich.
Kommentare