Zelte für Flüchtlinge in Oberösterreich: Bürgermeister droht mit Protestmarsch
St. Georgen – Der ÖVP-Bürgermeister von St. Georgen im Attergau ist erbost. Wegen der Vorgangsweise seines Parteifreundes Gerhard Karner. „Der Innenminister hat die dümmste Lösung gewählt, mit ausgeschaltetem Hirn hat man Zelte aufgebaut“, sagte Ferdinand Aigner gestern.
„Es ist menschenunwürdig, im Herbst Zelte aufzustellen.“ Solche – 15 für je acht Menschen – sind auf dem Areal der Bundesbetreuungsstelle Thalham in St. Georgen im Bezirk Vöcklabruck seit Samstag aufgebaut; Die Gemeinde trage ohnehin schon mit dem Erstaufnahmezentrum West zur Unterbringung bei, das bei einer Kapazität von bis zu 200 Plätzen momentan mit 270 Personen, eben auch in den Zelten, belegt sei. Darüber hinaus seien in einem Ex-Sanatorium Kinder und Jugendliche aus einem Waisenhaus in der Ukraine beherbergt – mit großer Unterstützung der Bürger.
„Wir sind aber kein Lückenbüßer.“ Widerstand gibt es. „Am Nationalfeiertag wird es eine Bürgerinformation vor dem Gemeindeamt geben, dann marschieren wir Richtung Westautobahn“, sagte Aigner. Bei der Autobahnabfahrt seien „Abschlussprotestmaßnahmen geplant“, ob die Autobahn blockiert werde, „lassen wir offen“. Karner habe ihm telefonisch zugesichert, dass die Zelte von der unmittelbaren Grundgrenze zu Einfamilienhäusern wegkämen, mehr aber nicht. (kale)
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