Uniqa ÖFB-Cup

Die WSG ist wieder hier, in ihrem Revier: In Wattens gegen Rapid Wien

Laut Trainer Silberberger erlebt Kofi Schulz aktuell seinen „x-ten Frühling“, nicht nur der Außenverteidiger will sich für das jüngste 0:5 bei Rapid revanchieren.
© gepa

Fernsehspiel, ein wohl volles Haus und der Rekordmeister als Gegner: Die WSG Tirol hofft heute (18 Uhr, Langes-Stadion, live ORF 1) im ÖFB-Cup-Achtelfinale auf ein stimmungsvolles Fußball-Fest.

Von Tobias Waidhofer

Wattens – Natürlich wurden dieser Tage Gedanken an das letzte richtig große Fußball-Fest im Gernot-Langes-Stadion wach: Im September 2019 gewann die WSG gegen eine krisengebeutelte Wiener Austria in der zweiten ÖFB-Cup-Runde mit 5:2. Das Spiel gilt auch als Geburtsstunde eines gewissen Kelvin Yeboah, der die Austria damals mit vier Treffern zurück zum Verteilerkreis geschickt hatte. Der Angreifer steht inzwischen bei Serie-B-Club FC Genoa am Abstellgleis. Aber das ist eine Geschichte für einen anderen Tag.

Denn heute (18 Uhr, live ORF 1) steigt wieder ein Cup-Schlager im Gernot-Langes-Stadion. Und wieder wartet ein Wiener Großclub. Die zwei Unterschiede? Die WSG steht bereits im Achtelfinale und es geht gegen Grünweiß, nicht gegen Violett. Rekordmeister Rapid Wien, der erst vor wenigen Wochen 5:0 im Tivoli gewonnen hatte, ist freilich nach dem Abgang von Ferdl Feldhofer eine kleine Wundertüte. „Für uns ist es ein Schuss ins Blaue. Deshalb haben wir uns als Mannschaft dahingehend verständigt, dass wir uns mit Rapid nicht befassen“, betonte Trainer Thomas Silberberger. Beim Wörgler – und natürlich auch seinen Spielern – kommen natürlich die Revanchegelüste auf. „Wir wollen unsere Heimstärke in Wattens nutzen und den Zuschauern einen echten Cup-Fight bieten.“ Und es sollten heute doch einige Anhänger sein. Mehr jedenfalls als bei den jüngsten Liga-Auftritten im Tivoli. Die Plätze auf der Haupttribüne sind längst vergeben. Knapp 900 Stehplatz-Tickets (Stand gestern 17.30 Uhr) sind noch online oder an der Abendkasse erhältlich. Man hofft im WSG-Lager auf ein ausverkauftes Haus (3500), die Wahrscheinlichkeit dafür ist eine hohe. Einen sportlichen Trumpf soll auch die Fitness darstellen. „Wir sind seit Wochen in einer Topverfassung, eines der fittesten Teams der ganzen Liga“, betont der 49-jährige Coach.

Personell stellt sich vor allem die Defensive von selbst auf, denn neben Osarenren Okungbowa (Muskelfaserriss) fällt auch Dominik Stumberger (Wade) aus. Damit rückt Raffael Behounek zurück in die Startelf, rechts hinten wird erneut Zan Rogelj verteidigen, der beim 3:2 gegen Lustenau seinen Gegenspieler Brian Teixeira so sehr entnervte, dass dieser sich auf die andere Spielfeldseite „vertschüsste“. Im Tor steht Cup-Keeper Benni Ozegovic. Von Rotation oder Schonung wollte Silberberger nichts hören: „Wir sind in der Lage, im Dienstag-Samstag-Rhythmus zu performen, mit Hartberg (Samstag, Anm.) beschäftigen wir uns ab Mittwoch.“

Im Langes-Stadion wurde bereits gestern fleißig gewerkelt. Auch die Bagger fuhren auf, was freilich am Umbau im benachbarten Schwimmbad liegt. Die WSG ist heute wieder hier, in ihrem Revier. Es wird aber so oder so ein einmaliges Gastspiel bleiben. Denn in einem möglichen Heim-Viertelfinale, für das es eine Rasenheizung braucht, würde es zurück ins Tivoli gehen. Aber auch das ist eine Geschichte für einen anderen Tag.

Rapid Wien muss, die WSG Tirol kann

Wattens, Wien – Alles neu macht sprichwörtlich der Mai. Alles oder vieles neu wird heute auch der „Zoki“ machen. Denn nicht nur WSG-Tirol-Trainer Thomas Silberberger glaubt, dass Rapid-Interimstrainer Zoran Barisic beim Cup-Schlager in Wattens die ein oder andere Veränderung vornehmen wird. Wobei: So eine richtige Stammelf hatte sich auch unter Ferdinand Feldhofer nicht herauskristallisiert.

Beim letzten Duell im Tivoli – 5:0 für Rapid – saß der ehemalige Libero des FC Tirol noch mit seiner E-Zigarrette auf der Tivoli-Medientribüne, heute wird er in der Coaching-Zone im Gernot-Langes-Stadion Platz nehmen. Freilich ohne elektronischen Tabak-Ersatz. Unterstützt wird er von den Assistenten Thomas Hickersberger und Jürgen Macho sowie Sportkoordinator Steffen Hofmann. „Die WSG ist ein sehr gefährlicher und unangenehmer Gegner. Sie sind schwer auszurechnen, weil sie sehr mutig nach vorne spielen, dazu kommt der Heimvorteil“, erklärte der 52-Jährige.

Auf welcher Spielfeldseite der Druck heute liegt, erklärt sich von selbst. Rapid muss, die WSG kann ...

Die sich im Aufwärtstrend befindliche SV Ried wird unterdessen heute im Achtelfinale von Zweitliga-Spitzenreiter SV Horn herausgefordert (19.30 Uhr). Im Waldviertel wollen die Innviertler ihr neues Selbstbewusstsein nach zuletzt zwei Ligasiegen beim WAC (2:1) und gegen Rapid (1:0) demonstrieren. Unterschätzen will man den Gegner aber nicht. „Der Klassenunterschied ist marginal. Es ist ein Spiel auf Messers Schneide: Wenn wir glauben, es wird leichter als gegen Rapid, werden wir dort ausscheiden“, sagte SVR-Trainer Christian Heinle. Klagenfurt gastiert heute in Dornbirn, der LASK muss zum FAC. (t.w., APA)

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