Noch vor Zeitumstellung: Starker Anstieg bei Einbrüchen in Tirol
Nach zwei Corona-Jahren sind Straftäter nun wieder vermehrt unterwegs. Die Polizei geht davon aus, dass die Zahl der Dämmerungseinbrüche ab der Zeitumstellung wieder zunehmen wird.
Innsbruck – Kellereinbrüche sind derzeit wohl wegen der gut verkaufbaren E-Bikes der Renner. Aber auch die Einbrüche in Einfamilienhäuser und Wohnungen werden wieder mehr. „Das Bundeskriminalamt verzeichnet eine Steigerung von 20 bis 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr“, schlägt Hans-Peter Seewald, Leiter der Kriminalprävention Alarm. „Auch wenn wir für Tirol noch keine genauen Zahlen haben, merken wir auch hierzulande einen deutlichen Anstieg.“ Die rosigen Zeiten (für Polizei und Verbrechensopfer; Anm.) seien vorbei.
Damit meint Seewald die beiden Corona-Jahre, die auch den Einbrechern das Leben schwer machten. So erhöhten Grenzkontrollen das Festnahme-Risiko. Die Ausgangsbeschränkungen, die die Tiroler in ihre Häuser und Wohnungen zwangen, machten das Einbrecher-Leben auch nicht leichter – wer will schon Zeugen, wenn er fremde Schubladen durchwühlt. Das Berufsleben der Kriminalbeamten aber sehr wohl, wie aus den Statistiken der Corona-Jahre hervorgeht. So ist schon 2020 die Anzahl der Tiroler Staftaten gegenüber dem Jahr zuvor um zwölf Prozent gesunken, die Eigentumsdelikte gingen sogar um 25 Prozent zurück. Doch es ging noch besser. Für 2021 meldete Landespolizeidirektor Edelbert Kohler einen weiteren Rückgang von 13 Prozent bei den Straftaten und sogar 26 Prozent bei den Eigentumsdelikten. Besonders augenscheinlich war die Entwicklung bei den Dämmerungseinbrüchen: Zählte die Tiroler Polizei vor einigen Jahren über 130 in der kalten Jahreshälfte, so war es im Winter 21/22 genau einer.
Aber auch in diesem speziellen Bereich der Eigentumskriminalität befürchtet Seewald das Ende der rosigen Zeiten. „Wir müssen davon ausgehen, dass die Anzahl der Dämmerungseinbrüche ab der Zeitumstellung am Sonntag wieder zunehmen wird.“ Bekanntlich nützen die Täter dann das frühe Einsetzen der Dunkelheit und die Abwesenheit der Bewohner, die am späten Nachmittag oder frühen Abend noch beim Einkaufen oder am Glühweinstand sind.
Seewald rät, seine Anwesenheit zumindest vorzutäuschen, etwa mit Licht, das von der Zeitschaltuhr eingeschaltet wird. Auch Alarmanlagen sowie stabilere Fenster und Türen wirken ebenso wir Hundegebell aus Lautsprechern abschreckend. „Ein guter Schutz ist auch, wenn die Nachbarn aufeinander aufpassen.“ Und beispielsweise Ortsfremde, die im Kriechgang durch die Siedlung fahren, der nächsten Polizeiinspektion melden. (tom)