Heftige Kritik an René Benko nach erneuter Galeria-Pleite
Nach der zweiten Insolvenz der Warenhauskette Galeria fordert die Gewerkschaft von Eigentümer Benko Geld zur Rettung der Firma.
Essen – Zum zweiten Mal innerhalb von weniger als zwei Jahren hat der deutsche Kaufhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof, der zur Signa-Gruppe des Tiroler Investors René Benko gehört, den Weg zum Insolvenzgericht angetreten und sucht die Rettung in einem so genannten Schutzschirmverfahren. Der Warenhauskonzern will mehr als 40 seiner verbliebenen 131 Kaufhäuser schließen.
Die deutsche Gewerkschaft Verdi kritisiert den Warenhaus-Eigentümer und Multimilliardär René Benko und fordert von ihm ein größeres Engagement zur Rettung des Unternehmens. „Unsere Kolleginnen und Kollegen in den 131 Warenhäusern fragen sich, wo der Eigentümer ist in dieser existenziell höchst bedrohlichen Situation für 17.400 Menschen und ihre Familien“, sagt Verdi-Bundesvorstand Stefanie Nutzenberger. Es müsse jetzt zusätzliches Geld ins Unternehmen. „Da gibt es klare Erwartungen an den Eigentümer.“ Außerdem müsse die Konzernführung ein tragfähiges Zukunftskonzept präsentieren. „Die Beschäftigten haben viele konkrete Vorschläge für eine erfolgreiche Zukunft gemacht, die im Management wenig Gehör gefunden haben“, sagte Nutzenberger. Verdi habe die Unternehmensleitung aufgefordert, umgehend in Verhandlungen einzutreten. „Für uns geht es jetzt darum, möglichst jeden Arbeitsplatz zu erhalten“, so Nutzenberger.
Der Insolvenzverwalter der Krisen-Warenhauskette des Tiroler Milliardärs hat indes harte Einschnitte angekündigt. Nur ein harter Kern werde von den jetzt 131 Kaufhäusern übrig bleiben, sagte Geiwitz dem deutschen Fernsehsender WDR. Welche, das wird demnach in spätestens drei Monaten feststehen.
Schon während des ersten Corona-Lockdowns im April 2020 flüchtete das Unternehmen in das Schutzschirmverfahren, bei dem ein Sachverwalter die Aufsicht über die Rettung übernimmt, die Unternehmensführung aber weiter die Kontrolle behält. Damals wurden 40 Filialen geschlossen, 4000 Stellen abgebaut und mehr als zwei Milliarden Euro Schulden gestrichen. Zudem erhielt das Unternehmen 680 Millionen Euro Staatshilfen. Fraglich ist, ob Galeria Kaufhof diese Staatshilfen nun überhaupt zurückzahlen kann. (TT, dpa)
Insolvenz
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