Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Innsbrucker Meisterkonzert: Schumann und Beethoven ganz neu erlebt

Pianist Martin Helmchen, Dirigent Jukka-Pekka Saraste und das DSO Berli­n begeisterten beim Innsbrucker Meisterkonzert.
© Bernhard Achhorner

Schumanns Klavierkonzert und Beethovens „Eroica“ in aufregend frischer Interpretation.

Von Wolfgang Otter

Innsbruck – Es gibt zahllose Einspielungen auf Tonträgern von Robert Schumanns Klavierkonzert in a-Moll, zudem findet es sich wohl permanent irgendwo auf einem Programm in irgendeinem Konzertsaal der Welt: Es ist so etwas wie der Ohrwurm unter seinesgleichen, wobei es sei angemerkt, dass der Komponist viele dieser Ohrwürmer geschrieben hat. Was kann man also noch Neues erwarten, wenn das Werk beim Innsbrucker Meisterkonzert erklingt, wie es am Mittwochabend geschah? Trotz der Vertrautheit überraschend viel Neues, wenn es vom Berliner Pianisten Martin Helmchen und dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin (DSO) unter der Stabführung von Jukka-Pekka Saraste gespielt wird. Da öffnen sich neue musikalische Welten. Helmchen kostet die Rubati aus und kann trotz frischer Tempi dank seiner glänzenden Technik jeder Phrasierung, jedem Lauf eine Kontur geben.

Es ist auch etwas Großes, das Schumann da schuf. Etwas zu dieser Zeit Einmaliges, in dem nicht der Solist alleine im Mittelpunkt steht, sondern der Dialog mit den verschiedensten Orchesterinstrumenten, bis hin zu deren Verschmelzen. Im Meisterkonzert war es aber nicht nur ein Dialog, sondern stellenweise auch ein Diskurs zwischen Saraste und Helmchen über Interpretation und Tempo. Es glich einer Diskussion unter Freunden über eine gemeinsame Leidenschaft: Schumanns Musik.

Eingebettet war das Klavierkonzert zwischen dem „Symphonischen Fragment für Orchester“ über Beethovens Heiligenstädter Testament des russischen Komponisten Rodion Shchedrin aus dem Jahre 2008 und Ludwig van Beethovens „Eroica“ (3. Sinfonie). Auch hier Leidenschaft pur. Trotz der knappen Gestik des finnischen Dirigenten. Weniger war in diesem Fall tatsächlich mehr. Vor allem sorgte es für einen aufregenden Beethoven. Genauso oft gehört wie Schumann und trotzdem überraschend neu. Das Publikum war begeistert, Helmchen bedankte sich mit dem Klavierstück „Vogel als Prophet“ aus Schumanns Waldszenen.

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