Zeiss-Chef Lamprecht: Mit Technologie die Science Fiction überflügeln
Zeiss-Chef Karl Lamprecht zeigte, wie die digitale Revolution die Welt immer rasanter verändert. Er glaubt an Tech-Antwort auf Krisen.
Innsbruck – Ob die Robotik aus „Terminator“, die Kommunikationsmittel von Captain Kirk im „Raumschiff Enterprise“ oder die Künstliche Intelligenz aus „Odyssee im Weltraum“: Die Vorstellung von der Zukunft, wie sie in früheren Science-Fiction-Filmen beschrieben wurde, ist in vielen Bereichen heute Realität. In seinem temporeichen Vortrag spannte Karl Lamprecht, Vorstandsvorsitzender der Zeiss Gruppe, den Bogen von den Sci-Fi-Vorstellungen der Menschen hin zu tatsächlichen Innovationen, die Wirtschaft und Gesellschaft gerade radikal umkrempeln. Lamprechts Blick durch die Technologie-Brille zeigte auf, was alles möglich ist – oder bald werden wird.
„Wir brauchen Technologie, um die Welt zu verändern“, betonte Lamprecht. Innovationen würden immer schneller stattfinden, wobei die Digitalisierung dafür den Weg bereite. Er beschrieb, wie steigende Rechnerleistungen, immer bessere und kleinere Halbleiter-Chips und die massive Zunahme bei der Erzeugung und Speicherung von Daten zu neuen Möglichkeiten führen. Als ein Beispiel führte er das Gaming an: Während Menschen noch vor wenigen Jahren den Computern das extrem komplexe Spiel „Go“ beibrachten, unterrichten heute haushoch überlegenen Maschinen die menschlichen Spieler.
„Demokratisierung der Technologie"
Beispiele, wie Innovationen das Leben der Menschen verändern, fand Lamprecht bei den Themen Visualisierung, Kommunikation und Künstliche Intelligenz (KI). Ob die hervorragenden Bilder, die Smartphone-Logarithmen aus Schnappschüssen zaubern, oder die vielen neuen KI-Anwendungen, die Menschen nun auch ohne Expertenwissen und viel Geld nutzen können: „Das ist die Demokratisierung der Technologie“, stellte er fest. Enorme Fortschritte gebe es zudem bei humanoiden Robotern oder auch bei der Visualisierung mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz.
Lamprecht erwartet, dass technologische Innovationen auch Antworten auf die großen Probleme der Menschheit geben werden – auch auf die Klimakatastrophe. „Es wird Lösungen geben. Die Frage ist immer: Ist der Druck groß genug, dass wir uns bewegen als Menschen?“, bemerkte er. Sehr häufig sei die Technologie schon entwickelt worden, war aber bislang nicht konkurrenzfähig oder zu teuer. „Ich glaube, da ist vieles im Köcher. Wir müssen uns als Gesellschaft antreiben, dass wir diese Lösungen fördern.“
Lamprecht ist Wahltiroler (Alpbach) und promovierte am Institut für Experimentalphysik in Innsbruck. Seit 2020 ist er Vorstandschef der Zeiss Gruppe, eines weltweit führenden Technologieunternehmens der optischen und optoelektronischen Industrie mit rund 35.400 Mitarbeitern rund um den Globus. (wer)
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