Tiroler Wirtschaftsforum 2022

Siemens-CIO glaubt an das Metaverse: Vorproduziert wird in der Parallelwelt

Hanna Hennig, globale IT-Verantworliche im Siemens-Konzern: „Metaverse läutet ein neues Zeitalter ein.“
© Böhm

Innsbruck – Virtuelle Parallelwelten, wie sie beispielsweise Facebook mit seinem Metaverse versucht zu entwickeln, werden in der Industrieproduktion künftig eine große Rolle spielen, glaubt Hanna Hennig, die als CIO (Chief Information Officer) die weltweite IT des Mischkonzerns Siemens verantwortet. „Künftig wird man sich in einem virtuellen Raum treffen, in dem Produkte erschaffen werden“, sagt die Top-Managerin. Das habe gleich mehrere Vorteile, betont sie. Produkte könnten somit mit minimalem Materialaufwand vorentwickelt und vor der tatsächliche Herstellung im Werk bereits auf Herz und Nieren geprüft werden, etwa auf ihre tatsächliche Praxistauglichkeit. Etwaige Fehlkonstruktionen oder Produktionsabläufe könnten damit ausgemerzt werden, noch bevor das Produkt in der realen Welt tatsächlich vom Band läuft. „Die Metaverse-Technologie läutet ein neues Zeitalter ein und wird in der Industrie schneller kommen als in anderen Bereichen“, ist Hennig überzeugt.

Zudem trage sie dazu bei, klimaschädliche Auswirkungen der industriellen Produktion zu senken. Diesbezüglich habe die Industrie generell immer noch Luft nach oben. Derzeit sei die Industrie für 20 Prozent der globalen Emissionen und für 37 Prozent des globalen Energieverbrauchs verantwortlich. Auch würden nur 13 Prozent der Industrieabfälle recycelt.

Die Digitalisierung, meint sie, könne einen wesentlichen Teil zur Verbesserung der Situation beitragen. 60 Prozent der Industrie-Aktivitäten könnten automatisiert, bis zu 20 Prozent der Energiekosten eingespart werden. Im Gesundheitssektor ließen sich mittels Künstlicher Intelligenz 50 Prozent der Kosten einsparen und im Bereich der Mobilität etwa 20 Prozent der Kapazität, weil viel vorausschauender geplant werden könnte. „Wir müssen an Ökosysteme denken, wir sind schließlich nicht alleine auf dieser Welt“, mahnte Hennig. Siemens selbst wolle inklusive seiner Vorlieferanten bis 2030 klimaneutral werden.

Hennig sieht Österreich im Bereich der Digitalisierung ganz gut aufgestellt. Mit Platz 10 beim DESI-Index, der den digitalen Fortschritt abbildet, liege Österreich noch vor Deutschland. Aber auch die EU sieht sie in Fragen der Digitalisierung weit fortgeschritten. „Europa beherrscht die Ingieneurskunst“, weiß die deutsche Siemens-Managerin: „Wir brauchen aber noch mehr Software-Entwickler respektive Software-Ingenieure. Hier können wir noch mehr vom Silicon Valley lernen.“ (mas)

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