Wirtschaftskammer Lienz

Tiroler Unternehmer klagen: „Lebensmittelbetriebe kämpfen ums Überleben“

Tiroler Unternehmer beklagen den Kosten- und Preisdruck.
© Blassnig

Lienz – Die Lage heimischer Lebensmittelproduzenten sowie der verarbeitenden Betriebe sei dramatisch. „Eine Vervielfachung der Energiekosten, dazu der drängende Rohstoff- und Arbeitskräftemangel: Vor allem die kleinen und mittleren Betriebe können diese Situation nicht lange durchstehen“, mahnte Gerd Jonak, Innungsvertreter der Tiroler Bäcker und Konditoren, gestern bei einer Pressekonferenz der Wirtschaftskammer in Lienz.

Mit dem drohenden Verlust kleiner Betriebe werde auch das Angebot an Lebensmittel-Spezialitäten schlagartig weniger. „Wenn nur noch die Großen übrigbleiben, haben die Kleinen unwiederbringlich verloren, denn kaum jemand kann sich aktuell eine Betriebsgründung leisten. Sogar Übergaben sind unter den gegebenen Umständen massiv gefährdet und für die Betroffenen ein großes Risiko.“ Gefordert sei die Politik, in zwei bis drei Wochen Hilfspakete und Förderungen vorzulegen, um das Schlimmste noch abzuwenden, verlangte auch Georg Schuler, Geschäftsführer eines Fleischverarbeiters im Oberland. „Es muss so schnell gehen, damit wir zumindest ein Mindestmaß an Planungssicherheit haben.“

Die Lebensmittelproduzenten seien in der für sie unangenehmen Position, die Kostensteigerungen nicht auf ihre Produkte aufschlagen zu können. Schließlich gehe es um die Grundversorgung der Bevölkerung, betonten die Unternehmer.

Michaela Hysek-Unterweger, Obfrau der Wirtschaftskammer in Osttirol, verwies auf die krisensichere Struktur der Betriebe im Bezirk. „Kooperationen sind das Gebot der Stunde. Damit bestätigt sich gerade jetzt in der Krise der Weg, den wir vor Jahren eingeschlagen haben.“ Der Konsument könne mit seiner Kaufentscheidung für regionale Erzeugnisse beim Bäcker oder beim Fleischer die heimische Wirtschaft unterstützen. Man stärke auch mit der Plattform www.tirol-schmeckt.at heimischen Unternehmen den Rücken. (bcp)

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