Geschichte verfilmt

„Älteste Volksschülerin der Welt" starb mit fast 100 Jahren

Vor sieben Jahren berichteten internationale Medien über die Kenianerin, die mit über 90 Jahren gemeinsam mit ihren Ur-Ur-Enkeln zum ersten Mal eine Schule besuchte. In ihrer Jugend konnte sich ihre Familie die Schulbildung nicht leisten.

Nairobi – Die „älteste Volksschülerin der Welt", Pricilla Sitienei, ist am Freitag nach Angaben ihres Enkels Sammy Chepsiror in Kenia mit knapp 100 Jahren gestorben. Die genauen Gründe des Todes waren zunächst nicht bekannt.

Vor sieben Jahren berichteten internationale Medien über die Kenianerin, die mit über 90 Jahren gemeinsam mit ihren Ur-Ur-Enkeln zum ersten Mal eine Schule besuchte. Zuvor hatte Sitienei mehrere Jahrzehnte als Hebamme gearbeitet. In ihrer Jugend konnte sich ihre Familie die Schulbildung nicht leisten.

Sitieneis Geschichte wurde 2020 von dem französischen Regisseur Pascal Plisson im Film „Gogo" festgehalten. Gogo bedeutet in der im Nordwesten Kenias gesprochenen Sprache der Kalendjin „Großmutter".

Hinter Sitieneis ungewöhnlicher Schullaufbahn steckt ein ernstes Anliegen: Nach eigenen Angaben wollte die Kenianerin darauf hinweisen, dass noch immer nicht alle Kinder in Kenia die Möglichkeit hätten, in die Schule zu gehen. Außerdem wollte Sitienei besonders ältere Schüler dazu bewegen, regelmäßig in die Schule zu gehen.

Erst seit einer Schulreform vor 19 Jahren gibt es in Kenia die Möglichkeit eines kostenfreien Schulbesuchs. Gerade in den ländlichen Gebieten fehlt es allerdings stellenweise an Geldern für ausreichende Bildung. In Subsahara-Afrika besuchen nach Angaben der UN 60 Prozent der Kinder zwischen 15 und 17 Jahren keine Schule. (APA/dpa)

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