Auto im Test

Peugeot 508 SW: Es ist noch viel Platz in der Mitte

Stilvoller Auftritt, sparsamer Antritt: der 508 SW von Peugeot, hier als Plug-in-Hybrid.
© Höscheler

Die Mittelklasse hat volumenmäßig ihre besten Zeiten hinter sich – einmal mehr zu Unrecht, wie der Peugeot 508 SW als Plug-in-Hybrid belegt.

Von Markus Höscheler

Innsbruck – Kombis haben einen entscheidenden Nachteil – sie sehen nicht ganz so attraktiv aus wie ihre hartnäckigsten Rivalen: Sport Utility Vehicles und Crossover. Die Entwicklung in den vergangenen Jahren hat dazu geführt, dass in manchen Segmenten Langheckmodelle nahezu völlig verschwunden sind, in anderen zumindest an Bedeutung verloren haben. Besonders betroffen ist die Mittelklasse, eingezwängt zwischen Kompaktwagen und Oberklasse. Hier haben bereits die klassischen Limousinen eingebüßt, Kombis ebenso. Es sei erinnert an den früheren Leuchtturm Passat, der heutzutage nur noch als kleines Licht funkelt. Löblich, dass manche Hersteller an der Kombi-Karosserievariante gleichwohl festhalten, so auch Peugeot.

Die Technik

  • Motor: Vierzylinder-Benziner, E-Motor
  • Hubraum: 1598 ccm
  • Drehmoment: 360 Nm
  • Leistung: 165 kW/225 PS
  • L/B/H: 4778/1859/1420 mm
  • Gewicht: 1850/2340 kg
  • Kofferraumvolumen: 530–1780 l
  • Tankinhalt: 43 l
  • Höchstgeschwindigkeit: 240 km/h
  • 0–100 km/h: 8,4 Sekunden
  • Verbrauch: 7,2 l/100 Kilometer
  • Kraftübertragung: Vorderradantrieb
  • Preis: 57.390 Euro
  • CO2-Emission: 34 g/km

Die Franzosen haben zwar einen entsprechenden Auftritt im Kleinwagenbereich (208) schon vor einigen Jahren kassiert, bei den Kompakten und in der Mittelklasse betonen sie aber ihre Präsenz. Mit dem 508 SW haben sie ein ansehnliches Angebot, mit breitem Kühlergrill, leicht coupéförmiger Dachlinie und üppig Platz. Fast 1,8 Kubikmeter Ladevolumen offeriert das Löwenmodell, sollten die Rücksitze nicht für Personenbeförderung verwendet werden. Beachtlich sind überdies, einmal mehr, die Materialienauswahl, die Verarbeitung und nicht zuletzt der Fokus auf ein hohes Maß an Digitalisierung. Das Instrumentarium verzichtet auf Analoges, der mittig platzierte Touchscreen kommt Infotainmentwünschen einigermaßen beherzt entgegen, unterstützt von hilfreichen Direktwahltasten. Die Anbindung an Smartphones ist einfach, einmal mehr fehlt eine Art Memory-Funktion im Falle eines Streamings. Der kleinere 308 (SW) bewältigt dies dank der Verwendung eines moderneren Systems schon besser.

Demgegenüber kann der 508 SW natürlich mit wesentlich mehr Platz punkten, außerdem mit einem ausreichenden Fahrkomfort, einer leichtgängigen Lenkung und vor allem hochwertiger Antriebstechnik. Dies trifft dann zu, wenn der Peugeot 508 SW, wie in unserem Fall, mit einer Kombination aus Benzin- und Elektromotoren sowie einer Achtstufenautomatik arbeitet. Zusammen leisten die Aggregate 225 PS und stemmen ein maximales Drehmoment von 360 Newtonmetern. Damit kann das Motorenduo den fast 1,9 Tonnen schweren Kombi in 8,4 Sekunden in athletischer Manier von null auf 100 km/h beschleunigen. Die Vorteile der Technik entfaltet der 508 SW jedoch in erster Linie in Ballungsgebieten, wenn hauptsächlich elektrisch gefahren wird: Der installierte Akku taugt für eine Strom-Reichweite von gut 40 Kilometern – ein häufiger Einsatz, regelmäßiges Laden vorausgesetzt, hilft, den Benzinverbrauch (im TT-Test: 7,2 l/100 km) deutlich zu senken.

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