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Fünfte Generation: Toyota Prius nur noch als Plug-in-Hybrid

Mit schnörkelloser Formensprache zeigt sich die fünfte Generation des Hybridfahrzeugs Prius.
© Toyota

Die fünfte Generation des Toyota-Bestsellers rollt im nächsten Jahr zu den Händlern – dieses Mal mit einer Systemleistung von 223 PS.

Tokio – Er war schon mit seinem ersten Auftritt ein Sonderling: Vor 25 Jahren läutete der Prius der ersten Generation die Hybrid-Ära von Toyota ein, eine technische Glanzleistung. Dabei war der Widerstand in der Branche gegen die Kombination von Benzin- und Elektromotoren anfangs recht groß. Kaum ein Konkurrent wollte sich mit dieser alternativen Antriebstechnik anfreunden und überließ Toyota (und zeitweise Honda) lange das Feld in Europa. Die Japaner nutzten ihre Chance, konnten mit dem Prius einen Achtungserfolg erzielen und das aufwändige System in weiteren Baureihen, auch von der Tochtermarke Lexus, unterbringen. Der Prius selbst vermag trotz technischer und formensprachlicher Fortschritte nicht mehr die Massen anzusprechen, dafür tun es andere Baureihen, bevorzugt im SUV-Bereich und in kleineren Segmenten.

Dem Prius selbst gibt Toyota jedoch weiterhin eine Chance auf dem Markt – in Tokio enthüllte der Hersteller Mitte dieser Woche die fünfte Generation der coupéförmig gezeichneten Limousine. Stilistisch gewinnt das Modell noch einmal dazu, zeigt eine weniger zerklüftete Front, noch schärfer gezeichnete Scheinwerfer, den Verzicht von herkömmlichen Türgriffen im Fondbereich und ein schöner gezeichnetes Heck. Die prägnante Dachlinie, die Vorteile bei der Aerodynamik verspricht, ist geblieben.

Ein volldigitales Instrumentarium thront auf dem Armaturenbrett hinter dem Volant.
© Toyota

Technisch setzt Toyota dieses Mal alles auf eine Karte. An Stelle des Einsatzes von Vollhybrid- und gleichzeitig von Plug-in-Hybridtechnik konzentriert sich das Unternehmen nun nur noch auf die zweite Ausführung. In jeden Prius der fünften Generation, der für den heimischen Markt bestimmt ist, verbaut die Firma eine Lithium-Ionen-Batterie mit einer Kapazität von 13,6 Kilowattstunde. Die sorgt für elektrische Reichweiten, die wohl jenseits der 50-Kilometer-Marke liegen werden (offizielle Werte gibt es noch nicht). Als Antriebsduo stehen ein 2,0-Liter-Vierzylinder-Benzinmotor mit 143 PS und ein 160 PS starker Elektromotor parat, die zusammen 223 PS leisten. Zum Vergleich: Der Plug-in-Vorgänger, versehen mit kleinerem Akku, kommt nur auf 122 PS Systemleistung. Erneut lässt sich ein Solardach für den Prius Plug-in ordern, um Strom via Sonneneinstrahlung zu erzeugen.

Gegenüber der vierten Generation büßt der neue Prius um 46 Millimeter an Länge ein. Das 4,6-Meter-Fahrzeug darf aber einen gewachsenen Radstand von 2,75 Metern (ein Plus von fünf Zentimetern) vorzeigen. Zudem ist der Prius 22 Millimeter breiter als die Nummer vier. Die neuen Dimensionen kommen zustande dank der Verwendung der GA-C-Plattform, die wiederum der zweiten TNG-Architektur (Toyota New Global) entspringt. Damit einher gehen laut Hersteller eine Gewichtsreduktion und eine höhere Steifigkeit.

Für den Innenraum verspricht Toyota „ausgesuchte Materialien“, ein „stilvolles und harmonisches Ambiente“. Als Instrumentarium dient ein Sieben-Zoll-Display im digitalen Format, das hinter dem Lenkrad hoch auf dem Armaturenbrett positioniert ist.

Mit dem Marktstart der neuen Prius-Generation ist im Sommer des kommenden Jahres zu rechnen. (hösch)