Tiroler Tourismusbetriebe

Osttiroler TVB-Obmann Franz Theurl: „Stimmung gut wie nie“

TVB-Obmann Franz Theurl, GF Barbara Nußbaumer und Marketingleiter Bernhard Pichler (v. l.) erwarten eine erfolgreiche Wintersaison.
© Blassnig

Lienz – Die Stimmung in den heimischen Tourismusbetrieben ist so gut wie nie zuvor, wenn man dem Osttiroler TVB-Obmann Franz Theurl glauben darf. „Es hat heuer natürlich Schrecken gegeben, als eine Vervielfachung der Energiepreise angedroht war. Ein Unternehmer mit zwei Häusern hat mir gesagt, er sperrt erst gar nicht auf, wenn er statt 45.000 Euro 700.000 Euro bezahlen muss“, berichtete Theurl in einem Pressegespräch freimütig. Doch die Lage werde sich entspannen, die Energie- und Treibstoffpreise würden aktuell und weiter sinken, ist der Obmann zuversichtlich. „Unsere Betriebe werden zum größten Teil von Familien geführt, deren Mitglieder in den letzten Monaten hohen persönlichen Einsatz zeigen mussten. Belohnt werden wir durch die äußerst gute Buchungslage für den kommenden Winter. Das motiviert unsere Betreiberfamilien neu.“

Im Bezirk Lienz habe die Wertschöpfung im Tourismus in den letzten Jahren um 30 Prozent gesteigert werden können. „Jetzt springen auch die anderen Regionen in Tirol auf diesen Zug auf. Nicht die Nächtigungszahlen sind für den wirtschaftlichen Erfolg maßgeblich, es geht zentral um die Wertschöpfung“, predigt Theurl seit Jahren und sieht sich längst bestätigt. „Es ist unglaublich, welche Investitionen Privatvermieter und Bauern dadurch in den letzten Jahren in ihren Häusern tätigen konnten.“ Auch der überhitzte Arbeitsmarkt werde sich im Laufe des nächsten Jahres abkühlen. Der Tourismus sei allerdings gefordert, bei Arbeitszeitmodellen und Entlohnung im Vergleich zur Industrie ein attraktiver Arbeitgeber zu sein.

„Wir müssen den großen, freien Naturraum einpreisen. Den hat eben nicht jeder“, macht Theurl Mut bei der Preisgestaltung. Mit Hilfe deutscher Agenturen will der TVB Osttirol neue Gäste aufmerksam machen. Die Zahl der Urlauber aus Berlin habe sich in drei Jahren beispielsweise verdoppelt. Vor allem bei Nordtiroler Urlaubern sei man inzwischen sehr beliebt. Zum Aushängeschild hat sich der Weitwanderweg Iseltrail entwickelt.

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