Tiere galten als ausgestorben

Jäger machte Fotos: Seltene Wildkatze in Osttirol nachgewiesen

Eine Europäische Wildkatze konnte im Juni in Osttirol von einem Jäger fotografiert werden.
© Privat

Ein Osttiroler Jäger machte im Sommer bei einem Reviergang in St. Johann in Walde auf 1950 Metern Seehöhe wildbiologisch sensationelle Aufnahmen. Er konnte damit das Vorkommen der Europäischen Wildkatze im Bezirk Lienz nachweisen.

St. Johann im Walde – Eine „wildbiologische Sensation“ ist einem Tiroler Jäger in Osttirol gelungen: Er machte ein Bild einer Europäischen Wildkatze in freier Natur und konnte somit den ersten Fotonachweis aus Tirol erbringen. Wie der Tiroler Jägerverband berichtet, galt die Wildkatze in Tirol nämlich als längst ausgestorben.

Bei einem Reviergang in St. Johann im Walde huschte dem Osttiroler Waidmann nun das seltene Tier vor die Linse. Er schickte seine Fotos zur Beurteilung an den Jägerverband, wo sie als Sensation gewertet wurden.

„Dies ist erst der zweite bestätigte Nachweis einer Wildkatze in Tirol und der erste mittels eindeutiger Fotos. Die Merkmale der Fellzeichnung und Körpergestalt sind klar der Europäischen Wildkatze zuzuordnen. Vermutlich wird der mögliche Lebensraum für Wildkatzen in Tirol stark unterschätzt“, wird Wildökologin Martina Just in der Aussendung zitiert.

Europäische Wildkatzen (Felis silvestris) ähneln getigerten Hauskatzen, sind allerdings stämmiger, kräftiger und dichter behaart – es handelt sich um eine eigene Art und nicht, wie vermutet werden könnte, um eine verwilderte Hauskatze (Felis catus).

Die typische Fellzeichnung der äußerst seltenen Europäischen Wildkatze ist grau-braun verwaschen mit schwarzen Ringen um den Schwanz, schwarzer Schwanzspitze und einer schwarzen Rückenlinie, die im Schulterbereich in der Regel in zwei parallele Streifen übergeht. Sie leben sehr zurückgezogen in strukturreichen, naturnahen Waldgebieten.

Der sogenannte C2-Hinweis bestätigt somit das Vorkommen dieser seltenen Katze im Bezirk Lienz. Wie der Verband weiter mitteilte, beobachtete der Jäger das Tier auf rund 1950 Metern Seehöhe. Auch das sei bemerkenswert, da Gebirgslagen bislang nicht zu den typischen Lebensräumen gezählt worden seien.

Die typische Fellzeichnung der europäischen Wildkatze ist grau-braun verwaschen mit schwarzen Ringen um den Schwanz, schwarzer Schwanzspitze und einer schwarzen Rückenlinie. Auch bei dem im Sommer in Osttirol fotografierten Tier ist das gut zu erkennen.
© Privat

„Es freut mich besonders, dass solch ein extrem seltener Nachweis durch die Tiroler Jägerschaft erbracht werden konnte. Ich bedanke mich bei unserem Osttiroler Kollegen. Die Jägerschaft leistet einen starken Beitrag zum Artenschutz, insbesondere durch das Monitoring. Wir freuen uns, wenn wir solche Daten für die Öffentlichkeit und den Naturschutz liefern können“, so Tirols Landesjägermeister Anton Larcher.

Der erste Wildkatzennachweis aus Tirol stammte von einer Haarprobe aus See im Paznaun im Jahr 2013, die ebenfalls von einem Jäger eingesendet worden war. Bereits damals war die Überraschung groß, da es in Tirol kein bekanntes Vorkommen von Wildkatzen gab. (TT.com)

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