Angriff auf RK-Mitarbeiter

Spendensammler am Kragen aus dem Haus gezogen: Geldstrafe für Osttirolerin (57)

Das Innsbrucker Landesgericht.
© TT/Thomas Böhm

Innsbruck – Ein aufsehenerregender Fall wurde gestern am Innsbrucker Landesgericht verhandelt. Eine 57-Jährige soll im August vergangenen Jahres in Lienz einen Mitarbeiter des Roten Kreuzes (RK) eine Treppe hinuntergestoßen und ihn danach am Kragen aus dem Haus gezogen haben. Der Mann war unterwegs, um für das Rote Kreuz Spenden zu sammeln. Die Angeklagte bekannte sich vor Gericht nicht schuldig.

„Er lügt. Ich habe ihn nie berührt“, betonte die 57-Jährige und rief das in der laufenden Verhandlung auch immer wieder dazwischen. Ihrer Erzählung nach hat sich der RK-Mitarbeiter die Verletzungen selbst zugezogen – er habe sich die Treppe selbst hinuntergestürzt. Außerdem sei er ein Frauenfeind und würde sie deshalb beschuldigen. Das Gericht sah für diese Behauptungen aber keine Belege.

Das Opfer, das auf Schmerzensgeld verzichtet, habe die Angeklagte nicht gekannt und hätte auch sonst keinen Grund gehabt, sie falsch zu beschuldigen. Deswegen verurteilte der Richter die Frau nicht rechtskräftig zu 400 Euro Geldstrafe. Die Angeklagte sagte nach der Urteilsverkündung, dass alles eine Lüge sei. Sie hat die Möglichkeit, innerhalb von drei Tagen Einspruch zu erheben. (nk)

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