„Breaking the Ice“

Alina Schaller im Interview „Nur was man gern macht, macht man gut“

Die beiden Eishockeyspielerinnen Mira (Alina Schaller, links) und Theresa (Judith Altenberger) verlieben sich.
© NGF Geyrhalterfilm, Johannes Hoss

Alina Schaller spielt im neuen Film „Breaking the Ice“ die Hauptrolle. Die Toni Times hat mit ihr über blaue Flecken beim Filmdreh und über die Liebesszenen gesprochen. Der Film ist für alle ab 10 jahren und u.a. im Innsbrucker Metropol zu sehen.

Man sieht dich am Eis herumflitzen. Kannst du wirklich Eishockeyspielen?

Alina: Ja, wir haben eineinhalb Jahre lang trainiert, damit man mir und Judith Altenberger (Theresa) die Eishockeyspielerinnen im Film abkauft. Wir sind die einzigen beiden Schauspielerinnen im Dragons-Team, alle anderen sind echte Profi- Eishockeyspieler:innen. Und wir mussten ja nicht nur Eishockey spielen, sondern auch Schauspielen, zusätzlich waren wir täglich 10 Stunden am Eis - da braucht es natürlich auch Doubles. Trotz unseren großartigen Doubles Dini und Eli blieben uns die Proteinshakes und blauen Flecken nicht erspart, denn wir sind alle Spielzüge auch selbst gefahren. Das ist eines der coolsten Sachen an Schauspielen, man sammelt einfach Fähigkeiten und lernt die Welt aus den Augen anderer zu sehen.

Deine Figur „Mira“ ist die Hauptrolle im Film „Breaking the Ice“. Sie ist eine junge Frau, die es daheim in der Familie nicht leicht hat. Was sie ablenkt von all ihren Problemen ist aber der Eishockeysport, den sie total liebt. Wie wichtig ist es auch als Kind und Jugendliche, dass man etwas hat, was man gern tut?

Alina: Mira hat ihre Eishallen, ich hatte als Kind und Jugendliche Theaterbühnen. Ich finde es super wichtig, dass man sich einen Ort sucht an dem man sich wohl fühlt, gewertschätzt wird und Freundschaften entstehen können. So kann man weiterwachsen und auch wenn man älter wird und dann in die Welt hinausgeht, hat man immer seinen Lieblingsort an den man immer zurückkehren kann oder den man einfach mitnimmt. Und nur was man gern macht, macht man gut.

Auch als Kind kennt man das ja, dass man sich irgendwie gar nicht glücklich empfindet. Was ist es, dass das Erwachsenwerden oft schwer macht?

Alina: Man wird oft in Situationen geworfen, die man noch nicht kennt und jeder Tag bringt eine neue Herausforderung. Das Tolle ist aber, dass alles neu und aufregend ist, man erlebt ganz viele besondere, einzigartige Momente und manchmal auch überfordernde.

Und das Schöne ist je älter man wird, desto mehr Werkzeuge hat man in seinem Rucksack um Herausforderungen zu meistern. Und ich hab mir mittlerweile vorgenommen, dass ich nie aufhören möchte solche neuen Erlebnisse, ersten Male zu erfahren, da ist man so schön lebendig. Und am Ende wird alles gut, wenn noch nicht alles gut ist, ist es noch nicht das Ende - so keep going!

Alina Schaller.
© NGF Geyrhalterfilm, Johannes Hoss

Ist es der Moment auf dem Eis, der die Dinge ändert und Mira stark macht? Der Augenblick, als sie mit einem lauten Schrei das ganze Unglück quasi raus- und wegschreit? Braucht man das manchmal?

Alina: Die Regisseurin und Drehbuchautorin Clara Stern hat viele Dominosteine aneinandergereiht in ihrem Film und der Gefühlsausbruch am Eis ist ein Dominostein in Miras Entwicklung. Es sind meistens viele kleine Momente, die zu einer großen Veränderung führen. Und es ist auf jeden Fall wichtig auf seinen Bauch zu hören, Gefühle zuzulassen und anderen zu zeigen, was in einem vorgeht. Nur wenn man ehrlich hinausruft was man will und braucht, kann genau das seinen Weg zu dir finden. Wichtig ist natürlich, dass so ein lauter Schrei niemand anderen verletzt, manchmal genügt es auch wenn man einfach miteinander redet.

Mira findet ihr Glück und damit auch die Liebe bei Theresa, einer sehr begabten Eishockeyspielerin. Wir sehen das auch im Film in einer Liebesszene, in der ihr beide nackt seid. Denkst du, dass die jungen Menschen gleichgeschlechtliche Liebe als etwas ganz Normales sehen oder gibt es immer noch Vorurteile?

Alina: Ich glaube das kommt ganz darauf an wie du mit deiner Familie und deinen Freund:innen groß geworden bist, aber jede:r kann sich dafür entscheiden ob man bei Mobbing mitmacht, einfach nur zuschaut oder sich aktiv für jemand anderen einsetzt. Ich finde es sehr wichtig, dass man sich für sein Gegenüber interessiert, egal ob dieser Jemand ein bisschen anders oder ein Außenseiter ist - meistens sind Außenseiter die viel spannenderen Menschen ;-) Wenn man jemanden gern hat, hat man den einfach gern, weil Liebe ist Liebe und davon kann es nie genug geben auf unserer Welt.

Filminhalt „Breaking the Ice“

Mira (Alina Schaller) lebt für den Eishockeysport und führt als Kapitänin ihr Team. Daheim muss sie am Weinhof viel Verantwortung übernehmen. Als Theresa (Judith Altenberger) als neue Eishockeymitspielerin in ihr Leben tritt und ihr verschwundener Bruder Paul (Tobias Resch) wieder auftaucht, ändert sich Miras Leben. Sie entdeckt die Freiheit und wie sich Liebe anfühlt. „Breaking the Ice“ (ab 10 Jahren) ist u.a. im Innsbrucker Metropol zu sehen.

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