Baustart 2023

Jenbach schafft ersten Retentionsraum für Hochwasserschutz

GF Patrick Hörhager, BM Dietmar Wallner und Obmann Michael Huber (v. l.) zeigen, wie das Projekt in Jenbach aussehen wird.
© Fankhauser

Jenbach – Nächstes Jahr wird aus den Plänen des Hochwasserschutzes im Mittleren Unterinntal (MUI) Realität – zumindest im ersten Abschnitt. Denn dann rückt in Jenbach schweres Gerät an, um 124 Gebäude, 780 Bewohner, 2800 Arbeitsplätze und die Bahnstrecke vor künftigen Hochwasserszenarien zu schützen.

Die ersten Projekte, die der Hochwasserverband MUI umsetzt, beginnen nächstes Jahr im Oktober mit dem Abriss und Neubau Steinbrücke in Schwaz und im Dezember mit Dämmen, Retentionsraum und einem Pumpsperrwerk in Jenbach. Gemeinsam mit Bund und Land investiert der Wasserverband allein in Jenbach 38 Mio. Euro. „Dieses Investitionsvolumen für die erste Baustufe liegt aber deutlich unter dem Schadenpotenzial eines 100-jährigen Hochwassers, das aktuell auf rund 95 Mio. Euro geschätzt wird“, erklärt Obmann Michael Huber.

„Geplant ist, die Felder westlich der Gemeinde als Retentionsflächen zu verwenden“, sagt Verbandsgeschäftsführer Patrick Hörhager. Bis etwa auf Höhe von Schloss Tratzberg soll das Wasser im Ernstfall rückgestaut werden. Dazu wird der bestehende Unterwasserkanal des Achenseekraftwerks genützt. Ein Rückhaltedamm ist im Süden bei der ehemaligen Bahntrasse geplant, ein Pumpsperrwerk im Bereich Augießen. „Insgesamt werden etwa 310.000 m² gewidmete Fläche vor Hochwasser geschützt und vor allem auch Betriebsstandorte gesichert“, sagt BM Dietmar Wallner. Derzeit steht zudem ein Bauernhof im geplanten Retentionsraum. „Der wird an erhöhter Lage am Rand der Fläche ausgesiedelt. Die Gespräche mit dem Eigentümer laufen“, sagt Hörhager. Insgesamt gebe es bei allen 21 Grundeigentümern eine Gesprächsbereitschaft.

Bis Mitte bis Ende 2026 soll der Bauabchnitt Jenbach fertig sein.

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